c't 17/2016
S. 90
Interview
Satelliten-Internet

Mit Gyro und Drehgeber

Florian Raschke über neue Ansätze zur mobilen Satellitenkommunikation

Datenverbindungen via Satellit aus fahrenden Fahrzeugen zu realisieren ist bisher selten machbar, da teure Nachführsysteme nötig sind: Denn bereits geringe Kippbewegungen des Autos führen dazu, dass die Verbindung abbricht. Ein neues System soll stabile Verbindungen mit günstigen Lagesensoren ermöglichen.

Ein Forscherteam unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) hat eine preisgünstige Nachführung sowie ein Modem für ein neues Übertragungssystem entwickelt. Damit können mehrere Nutzer gleichzeitig direkt über einen Satelliten miteinander kommunizieren. Entstanden ist die Entwicklung im Rahmen des Verbundprojektes Ka-Band-Systeme für die mobile Satellitenkommunikation (Kasymosa). Zu den Forschungspartnern gehören die TU Ilmenau, das Institut für Kommunikation und Navigation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR-IKN) sowie die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG).

Neben dem ursprünglich angedachten Nutzen in Katastrophengebieten ist noch eine Vielzahl weiterer Anwendungen denkbar, zum Beispiel die Überwachung autonomer Fahrzeuge in entlegenen Gebieten oder die Internet-Versorgung von Passagieren in Bussen und Zügen abseits terrestrischer Infrastruktur. c’t führte ein E-Mail-Interview mit dem Projektleiter Florian Raschke.

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