c't 17/2016
S. 22
News
Hardware

SIGGRAPH: Profi-Grafikkarten mit viel RAM und Flash-Speicher

Zur Computergrafik-Messe SIGGRAPH haben die Chiphersteller AMD und Nvidia neue Grafikkarten für Workstations vorgestellt, die ab Oktober in den Verkauf gehen. Auf der Radeon Pro WX 7100, WX 5100 und WX 4100 sitzt jeweils eine Polaris-GPU. Die schnellste Variante WX 7100 mit 8 GByte GDDR5-RAM entspricht in etwa der Consumer-Karte Radeon RX 480, soll sich laut AMD für die Entwicklung von VR-Inhalten eignen und weniger als 1000 US-Dollar kosten. Alle neuen Workstation-Karten von AMD bringen die Polaris-Vorteile wie DirectX-12- und Vulkan-Unterstützung, HEVC- und VP9-Decoding sowie DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0.

Zwei PCIe-SSDs mit insgesamt 1 TByte Speicherkapazität dienen auf der Radeon Pro SSG als zusätzlicher Puffer für große Datenmengen.

Die Nvidia Quadro P6000 mit 24 GByte und P5000 mit 16 GByte GDDR5X-Speicher eignen sich nach Aussagen des Herstellers für sehr komplexe CAD-Modelle, fotorealistisches Rendern via Raytracing und besonders anspruchsvolle GPGPU-Berechnungen. Durch die neue Geometrie-Technik Simultaneous Multi Projection beschleunigen die beiden Karten besonders VR-Anwendungen stärker als ihre Maxwell-Vorgänger. Auf der Quadro P6000 kommt der leistungsfähigste Pascal-Grafikchip im Vollausbau mit 3840 Shader-Kernen zum Einsatz.

AMD hat außerdem den Prototypen der GPU-Karte Radeon Pro Solid State Graphics (SSG) präsentiert, die für datenintensive Anwendungen 1 TByte Flash-Speicher mitbringt. Über einen PCIe-Switch-Chip sind dabei zwei PCIe-3.0-x4-SSDs auf der Karte direkt an die Fiji-GPU angebunden. Der Flash-Speicher dient als „Extended Frame Buffer“ für große Datenmengen, die nicht ins lokale Grafik-RAM passen, wofür speziell angepasste Software nötig ist. In einer Demo ließ sich die Timeline eines Raw-Videos mit 8K-Auflösung mit über 90 Frames pro Sekunde durchstöbern, ohne SSD-Puffer waren es ruckelige 17 fps (siehe c’t-Link). Software-Entwickler können sich bei AMD für ein Developer Kit mit Radeon Pro SSG bewerben, es soll noch vor dem Jahresende für knapp 10.000 US-Dollar zu haben sein. (chh@ct.de)

Neue Titan-Grafikkarten mit 12 GByte Speicher

Vorsicht, Verwechselungsgefahr: Nvidia hat das neue Grafikkarten-Flaggschiff „Titan X“ vorgestellt, den Nachfolger der älteren „GeForce GTX Titan X“ mit Maxwell-Grafikchip. Auf der neuen Titan X sitzt eine Pascal-GPU (GP102) mit 3584 Shader-Rechenkernen, die mit 1417 MHz laufen und sich im Turbo-Modus automatisch auf 1531 MHz beschleunigen. So schafft die Titan X theoretisch knapp 11 Billionen Gleitkommaberechnungen pro Sekunde (TFlops) bei einfacher Genauigkeit – 23 Prozent mehr als das bisherige Flaggschiff GeForce GTX 1080. Besonders eignen soll sich die Titan X für Deep-Learning-Anwendungen.

Nvidias neue Grafikkarte Titan X bietet eine Pascal-GPU mit 3584 Shader-Rechenkernen und 12 GByte Speicher.

Im Unterschied zum im März angekündigten GP100-Grafikchip nutzt GP102 kein High Bandwidth Memory, sondern GDDR5X-Speicher. Über 384 Datenleitungen ist immerhin eine Transferrate von 480 GByte/s drin – für anspruchsvolle Spiele, zum Rendern oder für GPGPU-Berechnungen reicht das aus. Insgesamt fasst der Speicher 12 GByte an Daten. Zum Vergleich: Eine GeForce GTX 1080 hat 8 GByte Speicher, der mit 320 GByte/s arbeitet.

Die Titan X schluckt laut Nvidia bis zu 250 Watt und muss daher zusätzlich über ihren sechs- und achtpoligen Stromstecker mit dem Netzteil verbunden werden. Verfügbar sein soll die Karte ab dem 2. August für 1200 US-Dollar (ohne Mehrwertsteuer). (mfi@ct.de)

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