c't 18/2016
S. 108
Test
Reverb-Plug-ins
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Alles Schall und Raum

Reverb-Plug-ins zur Musikproduktion

Studioaufnahmen entstehen oft „trocken“, also ohne auffälligen Hall. Damit man Instrumente und Sänger in einem gemeinsamen Raum wähnt, fügen Effekt-Plug-ins künstliche Hallfahnen hinzu. Wir vergleichen sechs Modelle mit besonders realistischen Simulationen.

Seitdem die Musikproduktion komplett in den Rechner gewandert ist, lassen sich Künstler und Bands leicht in nahezu beliebige akustische Räume versetzen. Ob man eine Sängerin in einem verrauchten Jazz-Club, auf der Bühne der Carnegie Hall oder im Kölner Dom hört, hängt oft vom eingesetzten Reverb-Plug-in ab. Aufgenommen werden die Spuren nämlich meist trocken, das heißt ohne den natürlichen Hall des Aufnahmeraums. So hat man beim Mischen der Songs später alle Möglichkeiten, mit dem Hall (englisch Reverb) zu experimentieren.

Nicht jede Digital Audio Workstation (DAW) bringt bereits brauchbare Hall-Effekte mit. Ergänzen lassen sie sich mit hochwertigen Plug-ins von Spezialfirmen. Deren Hall soll nicht nur authentischer klingen, sondern auch zusätzliche Parameter und Presets anbieten. Damit lassen sich Hallfahnen auf jeden Song individuell abstimmen, sodass beim Hörer die Illusion entsteht, alle Musiker spielten, in verschiedene Tiefen gestaffelt, gemeinsam im selben Raum – obwohl die Aufnahmen tatsächlich oftmals an völlig unterschiedlichen Orten entstanden sind.

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