c't 19/2016
S. 138
Test
Erste WLAN-Router mit MU-MIMO
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Parallelfunk

Erste WLAN-Router mit Multi-User-MIMO

Multi-User-MIMO soll das WLAN umkrempeln, indem es Clients tatsächlich gleichzeitig mit Daten versorgt statt wie bisher nacheinander. Wir haben an der ersten Generation MU-MIMO-fähiger Router überprüft, wie gut sie dieses Versprechen einlösen.

Bisher konnten WLAN-Basen ihre Clients immer nur nacheinander bedienen: Erst bekommt das Smartphone der Tochter sein Datenpaket, dann das Tablet von Sohnemann und schließlich ist Papas Laptop dran. Diese sequenzielle Natur des WLAN wird besonders lästig, wenn die Clients nur eine Antenne haben, der Router aber drei oder vier wie heute üblich. Mit dem schnellen WLAN-Standard IEEE 802.11ac kann der Router dann nämlich mit 1300 oder 1733 MBit/s brutto funken. Die Clients schaffen aber höchstens 433 MBit/s, und die teilen sich dann auch noch auf. So geht in der Funkzelle reichlich Kapazität verloren.

Multi-User-MIMO soll diesen verschütteten Schatz heben: Ein MU-MIMO-Router oder Access Point (AP) kann den Verkehr für mehrere Clients auf verschiedene MIMO-Streams (Multiple Input Multiple Output) verteilen und tatsächlich gleichzeitig senden. Das steigert die Summendatenrate in der Funkzelle, und alle sind schneller bedient.

Dabei soll der Gesamtdurchsatz bis zum 2,4-fachen klettern können, doch Voraussetzung ist eine MU-MIMO-fähige Datenzentrale, also ein WLAN-Router, der die Internetverbindung herstellt und das interne Netz per Kabel und Funk aufspannt. Herkömmliche Router lassen sich leider nicht durch Firmware-Updates mit MU-MIMO nachrüsten, weshalb ein Neukauf unumgänglich ist, falls Sie die neue Technik nutzen wollen. Wir haben die ersten acht Modelle mit MU-MIMO getestet.

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