c't 2/2016
S. 37
News
Apple

Apple-Chef: Datenschutz und Sicherheit kein Gegensatz

Mit iOS 8 erheblich ausgeweitet: Der iPhone-Hersteller setzt die an den Passcode des Nutzers geknüpfte Verschlüsselung für viele iOS-Awendungen ein.

Apple-Chef Tim Cook hat in einem Interview die Bedeutung der Verschlüsselung von Smartphone-Daten unterstrichen: Es gebe nur einen einzigen Weg, die unzähligen persönlichen Daten auf Mobilgeräten zu schützen – und das sei die Verschlüsselung, erklärte Cook im Gespräch mit dem Journalisten Charlie Rose. Datenschutz und nationale Sicherheit schließen sich gegenseitig nicht aus, glaubt Cook: „Wir sind Amerika. Wir sollten beides haben.“

Cook verteidigt damit den Standpunkt des Konzerns in der anhaltenden Krypto-Debatte um Zugriffsmöglichkeiten auf Smartphones. Mit iOS 8 hat der iPhone-Hersteller die an den Passcode des Nutzers geknüpfte automatische Chiffrierung erheblich ausgeweitet und verschlüsselt nun unter anderem Textnachrichten, Fotos und die Kontaktdatenbank.

Auf verschlüsselte Kommunikation über iMessage habe der Konzern keinen Zugriff, wiederholte Cook. Zu legitimen staatlichen Anfragen gebe man wie vom Gesetz vorgeschrieben die geforderte Information heraus – soweit dies möglich sei. Strafverfolger können etwa die in iCloud-Backups auf Apples Servern gesicherten Daten anfordern. Darüber sei dann auch der Zugriff auf die sonst verschlüsselten Daten wie iMessage-Nachrichten möglich.

Anfang Oktober hatte der Apple-Chef Datenschutz als „fundamentales Menschenrecht“ bezeichnet, der Konzern wolle seinen Kunden dabei helfen, ihr Leben privat zu halten. Apple führt auf einer Datenschutz-Seite im Detail auf (siehe c’t-Link), welche Funktionen und Dienste Daten erheben und wie diese genutzt werden. Angaben zu staatlichen Anfragen werden dort ebenfalls genannt. (dz@ct.de)

Apple und Ericsson legen Patentstreit bei

Zehn Monate nach Beginn des Patentstreits zwischen Ericsson und Apple haben die Unternehmen die Auseinandersetzungen beigelegt und sich auf ein neues Lizenzabkommen mit sieben Jahren Laufzeit geeinigt. Zu den finanziellen Details machten sie keine Angaben.

Nachdem eine frühere Vereinbarung ausgelaufen war, hatte Ericsson Apple vorgeworfen, Elemente der Mobilfunkstandards GSM und LTE sowie weitere Techniken ohne eine Lizenz zu nutzen. Für Patente, die zum Grundstock technischer Standards wie GSM und LTE gehören, gelten besondere Regeln. Inhaber müssen Lizenzen dafür zu fairen Bedingungen und ohne Diskriminierung gewähren. Die Lizenzpreise führen aber immer wieder zu Streitigkeiten.

Aus dem Geschäft mit Lizenzen und geistigem Eigentum erwartet Ericsson im laufenden Jahr einen Umsatz zwischen 13 und 14 Milliarden schwedischen Kronen (1,4 bis 1,5 Milliarden Euro). (dz@ct.de)

US-Sammelklage wegen Mobilfunkdaten-Verbrauch

Kostenpflichtiges Streaming: Apples iOS hat laut einer Klage trotz WLAN-Anbindung Daten per Mobilfunk geladen.

US-amerikanische Nutzer werfen Apple in einer Sammelklage vor, dass eine für den Netzbetreiber AT&T gefertigte iPhone-5-Variante trotz vorhandener WLAN-Verbindung erhebliche Datenmengen kostenpflichtig über das Mobilfunknetz bezogen hat. Der Fehler sei erstmals in iOS 6 aufgetreten und von Apple erst zwei Jahre später mit iOS 8.1 beseitigt worden, obwohl er dem Unternehmen von Anfang an bekannt gewesen sei.

Sobald der Prozessor die Aufgaben der Bilddarstellung an die GPU übergab, erfolgte bei den fraglichen Geräten das Video-Streaming nicht mehr über WLAN, sondern über die Mobilfunkverbindung, erklärte die Anwaltskanzlei, die die Klägerseite vertritt. Bei der Variante, die für den Netzbetreiber Verizon gefertigt worden war, habe Apple das Problem umgehend beseitigt. Ob der Fehler auch in anderen iPhone-Varianten steckt, geht aus der Klageschrift nicht hervor. (dz@ct.de)

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