c't 20/2016
S. 202
Story
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Illustration: Susanne Wustmann, Dortmund

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Guten Morgen, VauVau“, tönte es ein halb Dutzend Mal aus den winzigen Kabinen, während ich den üblichen Spießrutenlauf vom Fahrstuhl zu meinem Platz im Großraumbüro absolvierte. Ich hasste es, wenn die Kollegen meinen Spitznamen benutzten. Sie wussten, dass ich es hasste, und taten es trotzdem.

Dabei heiße ich Victoria. Ein schöner Name, nur den zweiten Vornamen mit V, den, den ich stets verschwieg, hätten meine Eltern besser gelassen. Leider kam es heraus. Und dass ich ausgerechnet im öffentlichen Dienst landen würde, war ja bei meiner Geburt nicht abzusehen gewesen. Also wurde ich wegen des doppelten V zur „Verwaltungsverordnung“, was alle witzig fanden. – Ich nicht.

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