c't 20/2016
S. 82
Test
iOS 10

Viele kleine Fortschritte

Was iOS 10 bringt

Apple hat sein Mobil-Betriebssystem nicht komplett um-, aber Dutzende spannende Funktionen eingebaut. iOS-Fans finden sich schnell zurecht, Umsteiger von Android können das System mit Widgets und Add-ons an ihre Vorlieben anpassen.

Apple lobt iOS 10 als sein „bisher größtes Release“, aber so fühlt sich das neue Betriebssystem nicht an. Es ändert weder das Design grundlegend (wie iOS 7), noch den Unterbau (wie iOS 4). Trotzdem gibt es viel zu entdecken: Mitgelieferte Apps wie iMessage und Fotos haben zig neue Funktionen bekommen, der Sperrbildschirm wurde umgebaut, Siri gibt Sprachbefehle endlich auch an Apps von anderen Entwicklern weiter.

Video: Nachgehakt

Darüber hinaus hat Apple an Dutzenden weiteren kleinen und winzigen Schrauben gedreht. Nutzer können die Oberfläche noch stärker an ihre Bedürfnisse anpassen, mittlerweile fast so stark wie bei Android, auch in der gerade erschienenen Version 7 (siehe Seite 84). Und Entwickler können an neue Schnittstellen für Siri, Maps und iMessage andocken, sodass die Auswahl an Erweiterungen in den nächsten Monaten steigen wird.

Wichtiges Detail: Den Mail-Eingang kann man jetzt besser filtern.

Da Apple die finale iOS-10-Version erst nach Redaktionsschluss veröffentlichte, haben wir die neuen Funktionen mit der öffentlichen Beta 7 von Ende August getestet. Nennenswerte Unterschiede zwischen den beiden Versionen gibt es vermutlich nicht. Apple verteilt iOS 10 an iPhones ab dem 5/5C, iPads ab der vierten Generation beziehungsweise dem zweiten iPad Mini. Im Test lief die Betaversion selbst auf dem vier Jahre alten iPhone 5 flüssig. Apple pflegt „alte“ Hardware also weiterhin länger als Google und die anderen Hersteller von Android-Geräten.

Schneller zu den Widgets

Verwirren dürfte einige Nutzer, dass man iPhone und iPad nicht mehr durch einen Wisch entsperrt, sondern mit dem Home-Button. Wer sein Gerät schon länger über Touch ID entriegelt, bemerkt diese Neuerung aber wahrscheinlich nicht. Ein Wisch vom Sperrbildschirm nach links führt nun zur Kamera, ein Wisch nach rechts zu den Widgets, den kleinen Info-Fenstern, die jeder Entwickler seinen Apps mitgeben kann. Unter iOS 10 checkt man also Dinge wie Termine, das Wetter oder die Abfahrtszeiten der Straßenbahn, ohne das Gerät zu entsperren.

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