c't 21/2016
S. 106
Test
Grafikkarten
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Trumpfkarten

Grafikkarten der Serien RX 470/480 und GTX 1060

Endlich gibt es Grafikkarten, die alle modernen Grafik- und Videofunktionen beherrschen und trotzdem erschwinglich sind. Sie bieten genug 3D-Power für Spiele in Full HD, steuern 4K-Displays an und geben hochaufgelöste Filme wieder.

Wer sich heutzutage eine Grafikkarte ab 200 Euro leistet, hat an sie üblicherweise hohe Ansprüche. Sie soll schnell, dennoch sparsam und leise sein. Sie soll eine hohe Bildqualität liefern, aktuelle Video-Formate wiedergeben und trotzdem bezahlbar bleiben. Und sie soll mit den neuesten Schnittstellen DirectX 12 und Vulkan funktionieren und trotzdem den uralten Retro-Kram abspielen. All diese Anforderungen erfüllen die Serien AMD Radeon RX 400 und Nvidia GeForce GTX 1000. Wir haben uns vier leise Grafikkarten mit unterschiedlicher Videospeichergröße herausgepickt: eine Radeon RX 470 mit 4 GByte Speicher von Sapphire, eine übertaktete 8-GByte-Variante der RX 480 von Asus und jeweils eine GeForce GTX 1060 mit 3 GByte (MSI) und 6 GByte (Zotac).

Innen-Check

Unsere Testexemplare enthalten die jeweils neuesten Grafikchips von AMD und Nvidia. Die Polaris-10-GPUs auf der Radeon RX 470 und Radeon RX 480 sind besonders gut für DirectX-12- und Vulkan-Spiele geeignet. Sie können Grafik- und Rechenaufgaben parallel und unabhängig voneinander ausführen, wodurch Titel wie Ashes of the Singularity spürbar schneller laufen als unter DirectX 11. Die Spiele müssen dafür aber speziell angepasst sein – und das sind derzeit nur wenige. Radeon RX 470 und RX 480 bieten beide den vollen Funktionsumfang, allerdings sitzt auf der RX 470 ein abgespeckter Polaris-Chip mit 2048 statt 2304 Shader-Rechenkernen, dem nur 4 statt 8 GByte Videospeicher zur Verfügung stehen. Betrachtet man die reine Rechenleistung, ist die Radeon RX 480 knapp 20 Prozent schneller. Bei Spielen, die in ihren höchsten Einstellungen mehr als 4 GByte Videospeicher verlangen, erzeugt die RX 480 eine gleichmäßigere Bildrate ohne Ruckler – beispielsweise in Deus Ex Mankind Divided oder GTA V. Sofern man in Full HD spielt, die Detailregler nicht immer aufs Maximum setzen möchte und in Grafikmenüs keine unkomprimierten Texturen auswählt, hält die RX 470 gut mit.

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