c't 21/2016
S. 36
News
Apple

Stolpersteine in macOS Sierra

Noch läuft macOS Sierra nicht in allen Szenarien reibungslos. Beispielsweise kommt es laut Dropbox gelegentlich zu „verwirrenden Warnmeldungen“.

Apples neues Desktop-Betriebssystem macOS Sierra braucht noch Feintuning. So bietet das System an, Dateien aus den Ordnern „Dokumente“ und „Schreibtisch“ in iCloud Drive zu speichern, wo sie andere Geräte mit demselben Account finden können. Aktiviert man diese Verlagerung auf weiteren Macs, verschwinden auf diesen scheinbar die ursprünglich eingelagerten Dateien zugunsten der iCloud-Exemplare. Doch die ursprünglichen werden nicht gelöscht, sondern nur in neue Unterordner verschoben. Diese enthalten den Namen des jeweiligen Macs und werden ebenfalls über iCloud Drive synchronisiert.

Die Funktion „Mac-Speicher optimieren“ entfernt bei Platzknappheit Dateien vom Mac, die bereits in der iCloud gesichert sind. Sie arbeitet aber offenbar nicht immer zuverlässig. Einem Bericht zufolge sei eine Audio-Datei vom Schreibtisch entfernt worden, obwohl sie mit Apples Logic Pro X bearbeitet wurde und obwohl der Speicherplatz nicht knapp gewesen sei. Die Optimierung lässt sich in den iCloud-Einstellungen unter „iCloud Drive“ im Bereich „Optionen“ abschalten.

Den Synchronisierungsdienst Dropbox soll man im Zusammenspiel mit Apples Verlagerung und Speicherplatzoptimierung möglichst in der Standardkonfiguration betreiben und zumindest die aktuelle Dropbox-Version 10.4.26 nutzen, betont der Diensteanbieter. Insbesondere sollten nicht dieselben Dateien von Dropbox und von iCloud synchronisiert werden. Andernfalls könnten in Dropbox gespeicherte Daten „verloren gehen“ oder „verwirrende Meldungen“ erscheinen.

Bei der Verwendung der SnapScan-Software könne es „zu Datenverlusten“ bei eingescannten Dokumenten kommen, warnt der Hersteller Fujitsu. Nutzer der Fujitsu-Scanner sollten Backups ihrer mit SnapScan erstellten PDF-Dokumente anlegen, darauf nur Lesezugriffe zulassen und mit SnapScan auf keinen Fall PDF-Dateien modifizieren. Um Datenverlust zu vermeiden, sollen Nutzer Dateien nur mit der SnapScan-Vorschau öffnen. Man arbeite mit Apple unter Hochdruck an einer Lösung.

Bei externen Bildschirmen lassen sich in manchen Fällen nur Auflösungen bis 1920 × 1080 einstellen, obwohl das jeweilige Display für höhere Auflösungen ausgelegt ist. Dazu gehören auch 4K-Displays, etwa das Dell P2715Q. Einzelne Nutzer beklagen sporadisches Bildschirm-Flackern sowie Zurückschalten der Bildwiederholrate von 60 Hertz auf 30 Hertz bei 4K-Monitoren. (dz@ct.de)

Swift 3 mit kürzeren Zöpfen

Mit Swift 3.0 veröffentlicht Apple das erste Major Release seiner hauseigenen Programmiersprache seit der Offenlegung des Swift-Quellcodes. Die Liste der Neuerungen umfasst über 100 Punkte. Um API-Designrichtlinien enger zu befolgen, ist die Version 3.0 nicht Source-kompatibel zum Vorgänger. Wesentliche Änderungen betreffen daher die Standard-Bibliothek. Unter anderem entfällt bei Protokollnamen der Anhang Type, sodass beispielsweise aus CollectionType schlicht Collection wird. Auch sollen Umbenennungen wie sort() zu sorted() mehr Klarheit schaffen. Deshalb sind bei Projekten, die ältere Objective-C-Frameworks verwenden, für Swift 3 zahlreiche Anpassungen erforderlich.

Das Swift-Team hat einen Migrationsleitfaden als Hilfe für den Umstieg veröffentlicht. Entwickler können sich beim Umformulieren ihres Codes vom Code-Migrator in Xcode 8.0 helfen lassen; er passt vieles automatisch an. Swift 3.0 ist Bestandteil von Apples Entwicklungsumgebung Xcode 8 für macOS. Der Linux-Port enthält nun die Swift Core Libraries und den Swift Package Manager. Für Ubuntu 14.04 und 15.10 sind separate Versionen erhältlich. (dz@ct.de)

Safari 10: Genügsamkeit ohne Flash

Apple hat den hauseigenen Webbrowser Safari in Version 10 als Bestandteil des neuen macOS Sierra veröffentlicht. Der Browser ist außerdem für El Capitan und Yosemite erhältlich. Apples Safari-Team empfiehlt Webseiten-Betreibern, Videos grundsätzlich in HTML 5 zu enkodieren. Der Browser verweigert die Annahme von Flash-Videos, auch wenn das zugehörige Plug-in installiert sein sollte. Falls der Webserver nur das berüchtigte Flash im Lieferprogramm hat, muss der Nutzer der Wiedergabe explizit zustimmen.

Ferner sei Safari 10 schneller und sparsamer als Chrome und Firefox, verspricht Apple. Mobile Macs laufen demnach bei der Wiedergabe von Netflix-Videos mit einer Akku-Ladung vier Stunden länger als mit Chrome oder Firefox. Künftig sollen Entwickler die Browser-Erweiterungen Safari App Extensions über den Mac App Store vertreiben und verkaufen können; bislang sind diese grundsätzlich kostenlos. Apple verspricht außerdem Verbesserungen beim automatischen Ausfüllen von Eingabemasken auf Webseiten. Auch lassen sich Kontakt-Informationen aus dem Adressbuch einfügen.

Zwei Neuerungen von Safari 10 bleiben macOS Sierra vorbehalten: der in Deutschland bislang nicht verfügbare Bezahldienst Apple Pay für den Online-Einkauf sowie die Bild-in-Bild-Funktion, mittels der sich ein Video in ein eigenes Fenster umbetten lässt. Die Safari-Erweiterung PiPiFier erweitert die Umbettung auf zusätzliche Webseiten (siehe c’t-Link). Außerdem schließt Safari 10 eine Reihe von Sicherheitslücken. (dz@ct.de)

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