c't 23/2016
S. 190
Story
Sicher wie in Mutters Schoß
Aufmacherbild
Illustration: Susanne Wustmann, Dortmund

Sicher wie in Mutters Schoß

Natürlich erfand ein Japaner den Insecha. In einem Land, in dem nahezu niemand auf Mundschutz und Mini-Geigerzähler-Armband verzichtete, war die Entwicklung des Insechas nur eine logische Folge. Schon bald nach dessen Markteinführung explodierte der Aktienkurs von Secure Habitats, wie Erfinder Hidohaki Tencha seine Firma nannte, in ungeahnte Höhen. Wer auch immer das Glück hatte, bei der Ausgabe der Aktien dabei gewesen zu sein, dem reichte nach zwanzig Jahren eine einzige Stammaktie, um sorglos im Alter leben zu können.

Ärgern mussten sich nur diejenigen Trottel, die in diesem Zeitraum ihre Anteile wieder veräußert hatten. Denn zu spinnert klang die Idee hinter den Insechas. Erst mit der Großen Seuche von Zwanzigfünfzig erkannten die Menschen, welche Sicherheit der Insecha tatsächlich bot. In einer Zeit, in der allein der Atem eines anderen Menschen baldiges Siechtum und qualvollen Tod bedeutete, erwies sich der Schutz durch ein Insecha als überlebensnotwendig.

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