c't 23/2016
S. 68
Hintergrund
Autonome Schiffe
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Käpt’n in der Cloud

Autonome Frachtschiffe sollen die Weltmeere erobern

Zwei Studien zum Einsatz von autonomen Schiffen zeigen: Ein globaler Flottenbetrieb mit Frachtschiffen ohne Crews an Bord ist prinzipiell möglich. Dafür wird allerdings einiges an IT-Technik benötigt.

Jetzt sorgen wir mal für ein paar Wellen“, sagt Hans-Christoph Burmeister und greift durch das geöffnete Schiebefenster in den angrenzenden Kontrollraum, wo die zentrale Steuerung des Schiffsführungssimulators am Fraunhofer-Center für maritime Logistik (CML) in Hamburg untergebracht ist. Wenige Sekunden später erscheinen auf den drei großen Wandmonitoren, die im Simulatorraum den Ausguck von der Brücke eines Tankers der Panamax-Klasse visualisieren, auch schon die ersten Schaumkronen.

„Hier am Gyro-Instrument sieht man jetzt den Heave-and-Roll-Angle des Schiffs“, erklärt Burmeister. Durch den Wellengang hebt und senkt sich der Bug, außerdem dreht sich das virtuelle Schiff leicht um die eigene Längsachse. Den Schiffsführungssimulator, der vom Marine-Ausrüster Rheinmetall stammt und ein hydrodynamisches Modell des Tankers enthält, nutzt das Fraunhofer CML unter anderem, um darauf Algorithmen für den autonomen Betrieb von Frachtschiffen zu testen.

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