c't 24/2016
S. 156
Praxis
Nintendo-Emulator
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Mein altes neues Lieblingsspiel

Spiele für Nintendos Gamecube und Wii grafisch aufpolieren

Mit dem Dolphin-Emulator laufen Gamecube- und Wii-Spiele auf leistungsfähigen Computern ruckelfrei in 4K und sehen dank Kantenglättung und Texturmods umwerfend gut aus. Damit das klappt, muss man an den richtigen Knöpfchen drehen – das ist aber gar nicht schwer.

Eins muss man Nintendo lassen: Im Bereich der Heim-Videospielkonsolen hinken sie Microsoft und Sony aus technischer Sicht zwar stets hinterher, aber ikonische Charaktere erschaffen und Spiele-Design – das können sie.

Doch was wäre, wenn man Spiele-Klassiker wie „Super Mario Galaxy“ für die Wii statt in oller SD-Auflösung in ultrascharfem 4K mit 3840 × 2160 Pixeln und superflüssigen 60 Bildern pro Sekunde (fps) neu erleben könnte? Klar, man kann die Wii-Konsole entstauben und an einen UHD-Fernseher anschließen, der das Bild hochskaliert. Dabei kommt aber nur Pixelbrei heraus – dieser Ansatz ist keinen c’t-Artikel wert. Der quelloffene Dolphin-Emulator für Gamecube- und Wii-Spiele hingegen schon: Über viele Stellschrauben kann man die Grafik auf modernen Computern derart aufpolieren, dass selbst das neun Jahre alte Super Mario Galaxy aussieht, als wäre es erst kürzlich erschienen.

Damit das klappt, fordert Dolphin aber viel Rechenleistung ein und fühlt sich auf einem Computer mit aktuellen Komponenten am wohlsten. Die Leistung ist nötig, da ein Emulator die in einer Spiel-Konsole verbaute Hardware komplett in Software nachbildet. Zudem muss eine Grafikkarte in hohen Auflösungen Millionen von Bildpunkten berechnen. Doch keine Angst: Mit geringerer Auflösung emuliert Dolphin viele Titel auch auf Systemen mit älter Hardware flüssig. Zudem weisen Gamecube- und Wii-Spiele zum Teil erhebliche Unterschiede bei den Hardware-Anforderungen auf – hier hilft oft einfach nur Ausprobieren. Einige Titel lassen sich selbst mit Onboard-GPUs passabel spielen.

Video: Nachgehakt
Video: Spiele für Nintendos Gamecube und Wii grafisch aufpolieren
So hübsch sieht das mittlerweile neun Jahre alte Super Mario Galaxy in 4K mit HD-Texturmod aus. Dafür benötigt man aber einen Computer mit High-End-CPU und -Grafikkarte.

Wer hingegen keinerlei Kompromisse bei der Optik eingehen und selbst für die anspruchsvollsten Titel gewappnet sein will, benötigt mindestens einen aktuellen Prozessor mit 3,4 GHz und eine Grafikkarte der 250-Euro-Klasse. Einige Wii-Spiele verlangen in 4K noch mehr 3D-Performance und somit eine teurere Grafikkarte; diese Titel kann man aber an zwei Händen abzählen.

Damit es losgeht, reicht im Grunde ein Knopfdruck in Dolphin auf „Start“ aus. Wer jedoch das Optimum herauskitzeln will, muss in die Menüs abtauchen, um etwa die Render-Auflösung zu erhöhen und von der Community gebaute HD-Texturen einzubinden. Doch bevor der erste Titel auf dem Bildschirm erstrahlt, muss man sich für die passende Version des Emulators entscheiden.

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Die Oberfläche von Dolphin ist schlicht und übersichtlich. Um ein Spiel zu beginnen, muss man lediglich auf „Start“ drücken. Die Menüs kann man auf Deutsch umstellen.

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