c't 25/2016
S. 55
Kurztest
IoT-Durchlauferhitzer

Heißes Wasser

Stiebel Eltron macht den Durchlauferhitzer zum Teil des Internet of Things.

Aufmacherbild

Stiebel Eltrons DHE Connect wird wie ein gewöhnlicher Durchlauferhitzer vom Elektriker mit Starkstrom versorgt und in die Warmwasserleitung gehängt. Auffällig ist lediglich das integrierte Bedienteil mit hochkant verbautem Farbdisplay (320 × 240), einem Touchwheel und einem kleinen Lautsprecher.

Beim ersten Start verbindet man den DHE Connect per WLAN mit dem Internet und legt ein Konto bei Stiebel Eltron an. Der Hersteller betreibt zwar keinen eigenen Cloud-Server – alle Daten werden auf dem Gerät selbst abgelegt – lässt sich aber über diesen Weg die AGB für die Nutzung verschiedener Internetdienste abnicken. Ist der Account aktiv und das Gerät online, kann der DHE Connect auf Wunsch Wetterinformationen anzeigen oder Internetradio vom Anbieter Radio.de abspielen.

Da Durchlauferhitzer nicht immer in der Mitte des Badezimmers installiert sind, wären beide Funktionen sinnlos, wenn man die Bedieneinheit nicht auch vom DHE Connect losgelöst platzieren könnte. Stiebel Eltron bietet verschiedene Halterungen, um sie entweder als Standgerät im Bad (IP 20) oder fest installiert in einer Wandsteckdose zu betreiben. Sie kann bis zu 25 Meter vom Durchlauferhitzer montiert sein und steuert ihn per Funk im 868-MHZ-Band. Bereits im Lieferumfang befindet sich eine einfache Fernbedienung, mit der man zuvor konfigurierte Wunschtemperaturen einstellen kann. Es lassen sich insgesamt bis zu 10 Steuereinheiten anlernen, Stiebel Eltron bietet die Variante mit Touch-Display einzeln als FFB T Plus zum Preis von etwa 200 Euro an. So lässt sich die Wunschtemperatur an unterschiedlichen Entnahmestellen direkt setzen – das Display informiert über die maximale Wassertemperatur. Der Durchlauferhitzer verfügt über einige Spezial-Einstellungen: So kann man die Badewanne automatisch befüllen lassen oder beim Duschen zwischen verschiedenen Wellness-Programmen wählen. Bei voll aufgedrehtem Warmwasser choreografiert der DHE Connect danach einen Temperaturverlauf durch die Gesamtduschzeit – Kneipp lässt grüßen.

Nach Angaben des Herstellers sollte der DHE Connect auch per App steuerbar sein – bis zum Redaktionsschluss war das dafür nötige Update noch nicht ausgespielt. Stiebel Eltron schickte uns eine Steuereinheit mit der noch nicht veröffentlichten Firmware-Version 1.2, die sich problemlos am DHE Connect anlernen ließ. Sie schaltet auf dem Linux-System des FFB T Plus einen Webserver frei, der für unterschiedliche Mobilgeräte passende Bedienoberflächen generiert. Bei Stiebel Eltrons Connect-App handelt es sich also um eine lokal generierte Web-App, die man nur durch Port-Freigabe im Router auch zur Fernsteuerung des Systems nutzen kann.

Die Bedienoberfläche des FFB T Plus wird 1:1 aufs Mobilgerät übertragen. Selbst bei Tablets nutzt sie die höhere Auflösung nicht aus, um beispielsweise die Verbrauchsanalyse übersichtlich darzustellen. Ebenfalls freigeschaltet ist in dieser Version das Bluetooth-Modul des FFB T Plus. Per A2DP lässt sich ein Lautsprecher koppeln, falls einem der Klang des Mini-Lautsprechers im Badezimmer nicht genügt.

Heiße Luft und warmes Wasser – so sieht es zumindest noch bis zum Erscheinen der Firmware-Version 1.2 aus. Selbst mit dem für Anfang 2017 versprochenen Update fehlt es dem DHE Connect noch an der nötigen Konnektivität, um im Smart Home wirklich zu punkten. Zumindest hat Stiebel Eltron mit dem solide aufgesetzten System eine gute Grundlage geschaffen, um den Warmwasserbereiter und künftig auch weitere Geräte sinnvoll zu vernetzen. (sha@ct.de)

Tabelle
Tabelle: DHE Connect

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