c't 26/2016
S. 162
Know-how
Banner-Alternativen
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Bild: Jörg Niehage

Böse Banner

Alternativen zu Werbebannern auf Websites

Banner-Blindheit, Malvertising und Werbeblocker – für Website-Betreiber ist es nicht leicht, mit klassischen Werbebannern Geld zu verdienen. Doch es gibt eine Reihe interessanter Alternativen zur traditionellen Online-Werbung.

Seitenbetreiber, die mit Banner-Werbung ihr Geld verdienen, haben mit sinkenden Klickraten zu kämpfen: Die Besucher sind genervt von blinkenden Werbeflächen, die den Blick auf wichtige Inhalte versperren und das Nutzerverhalten tracken. Zudem verbreiten Banner nicht nur Werbebotschaften, sondern mitunter sogar gefährliche Trojaner: Manipulierte Online-Werbung ist nach E-Mails die zweithäufigste Ursache für Infektionen mit Schadsoftware, stellte die IT-Sicherheitsfirma Bromium-Labs 2015 in einer Studie fest. In dem als Malvertising (Malicious Advertising) bekannten Verfahren gelangt infizierte Werbung unbemerkt auf einen Werbe-Server. Dies kann durch einen gezielten Angriff unter Ausnutzung bekannter Sicherheitslücken geschehen. Es ist Kriminellen aber auch schon gelungen, die infizierten Werbebanner ganz legal in einem Werbenetzwerk zu platzieren. Auf diese Weise gelang Anfang des Jahres die Infektion eines großen Werbe-Servers, der plötzlich Malware in große Websites wie der New York Times, eBay oder T-Online einbettete.

Längst bedroht Malvertising die Nutzer also nicht mehr nur in den Rotlichtbezirken des Internets, sondern auch auf scheinbar sicheren Angeboten. Bei den Angriffen infizierten sich Tausende Internetnutzer, weil die verteilten Exploit-Kits Schwachstellen beispielsweise in Adobe Flash und Content-Management-Systemen ausnutzen. Vereinzelt liefern Werbebanner sogar Erpressungstrojaner aus. Das Sicherheitsunternehmen Trustwave wies das vor einigen Monaten in einem Experiment nach: Für nur 4 US-Dollar ließ sich in acht Stunden schädliche Werbung an über 20.000 Nutzer ausliefern.

Neue Ideen sind gefragt!

Ein effektives Mittel gegen nervige Online-Werbung sind Adblocker. Außerdem bieten sie einen besseren Schutz vor Malvertising, wenn die Filter rigoros alle Werbeinhalte von Drittanbietern unterdrücken. Das ist gut für den Nutzer, aber schlecht für den Seitenbetreiber, denn dessen Werbeeinnahmen sinken.

Viele Betreiber von Blogs, Online-Magazinen, Podcasts und YouTube-Kanälen hinterfragen deshalb die traditionellen Werbekonzepte. Statt aggressiver Banner wollen sie alternative Finanzierungsmöglichkeiten, die sich in vielen Fällen mit wenig Aufwand auf der eigenen Seite einsetzen lassen. Mit diesen auf den nächsten Seiten vorgestellten und anderen Alternativen lässt sich die eigene Website (teil-)finanzieren, ohne die Nutzer einem unnötigen Sicherheitsrisiko durch Malvertising auszusetzen. Außerdem werden keine unpassenden oder zufälligen Werbebotschaften auf der Website eingeblendet wie bei der traditionellen Online-Werbung. Die Besucher müssen auch nicht fürchten, dass Werbenetzwerke ihr Surfverhalten nachvollziehen und auswerten.

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