c't 26/2016
S. 44
News
Spiele

Surreale Bibliothek

Das aufwendige Plattform-Abenteuer The Librarian entstand aus einem Studentenprojekt.
Video: c't zockt

Im 3D-Puzzle-Plattformer The Librarian (Windows, kostenlos) von TheLibrarianMCV beschützt ein junger Bibliothekar seine magischen Bücher vor einem unbekannten Bösen. So muss er umfallenden Bücherregalen ausweichen, von einer magischen Spielkarte auf die nächste springen oder kleine Rätsel lösen. Der Spieler kann sich auf einige Überraschungen gefasst machen, wenn er beispielsweise in die Rolle eines kleinen Hasen schlüpfen muss. Dieser kann besser springen und die Zeit manipulieren; die Naturgesetze sind außer Kraft. Den spanischen Entwicklern ist ein surreales Abenteuer gelungen, das durch Atmosphäre und Ideenreichtum überrascht. Die Maus-Tastatur-Steuerung ist allerdings hakelig und ungenau. Ein Gamepad ist bei diesem magischen Bibliotheksabenteuer Pflicht. (Andreas Müller/hag@ct.de)

König im ASCII-Reich

WarSim klotzt mit einer komplexen Simulation statt mit hübscher Grafik.

WarSim (Windows, kostenlos) von Huw Millard ist die etwas andere Königreich-Simulation. Statt auf bunte Grafiken verlässt sich das Spiel auf die gute alte Texteingabe. Ähnlich wie in einem Multiple-Choice-Test muss der Spieler unter verschiedenen Optionen auswählen. Soll er Soldaten rekrutieren und in den Krieg ziehen oder zuerst die Steuern erhöhen, um die Staatskasse zu füllen? Die Ergebnisse werden in nüchternen Textnachrichten dargestellt. Trotz der einfachen Menüführung wird der Spieler schnell vor komplexe Probleme gestellt, denn mit der Größe des Reichs wachsen auch die Probleme und fordern das ganze Managementgeschick des Spielers. Abgerundet wird die Simulation durch fünf Schwierigkeitsgrade und eine Speicherfunktion. Ein puristisches Spielvergnügen für Genrefans. (Andreas Müller/hag@ct.de)

Ich, der Denunziant

In Beholder soll der Spieler Mieter bespitzeln und muss sich entscheiden, wen er an die Obrigkeit verpfeift.

Im Simulationsspiel Beholder (Windows, macOS, Linux, 10 Euro) von Warm Lamp Games wird der Albtraum eines jeden Mieters wahr. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Hausmeisters, der für einen totalitären Staat die Einwohner ausspitzeln soll. Er verwanzt Wohnungen, durchsucht Zimmer und erstellt Profile. Die russischen Entwickler lassen dem Spieler dabei die Wahl: Soll er Verdächtige melden oder Geheimnisse für sich behalten? Das Spielprinzip und die düstere visuelle Gestaltung erinnern an das Anti-Kriegsspiel „This War of Mine“. Hier wie dort stürzt der Spieler von einem moralischen Dilemma ins nächste. Der Beginn ist zäh und insgesamt ist das Spiel sehr textlastig. Dafür überzeugt die Simulation mit einer endlos erscheinenden Entscheidungsfreiheit und konsequentem Story-Verlauf. (Andreas Müller/hag@ct.de)

XCOM unter Wasser

Depth of Extinction bietet knifflige Rundenstrategie für Retro-Fans.

Im Rundenstrategiespiel Depth of Extinction (Windows, macOS, kostenlos) von HOF Studios steht die Menschheit wieder einmal am Abgrund. Diesmal haben sich die letzten Überlebenden in Unterwasserstädte zurückgezogen und wie immer gibt es Ärger. Der Spieler stellt also ein Team zusammen und zieht in den Kampf. Das Spielprinzip ähnelt dem Klassiker XCOM: Deckung suchen, Befehle geben und den Gegner ins Kreuzfeuer locken. Bei einem Sieg warten zahlreiche Upgrades und Belohnungen auf die Soldaten. Nach rund sechs Stunden Spielzeit ist alles vorbei. Das Spiel ist als Appetithappen für ein größeres, gleichnamiges Projekt gedacht, das 2017 erscheinen soll. Dann soll es neben den Rundenkämpfen eine Story und weitere Upgrade-Möglichkeiten geben. Wer darauf verzichten kann, bekommt schon jetzt ein herausforderndes Strategieabenteuer im Pixellook. (Andreas Müller/hag@ct.de)

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