c't 3/2016
S. 70
Test
Linux-Distribution

Newcomer

Linux-Distribution Solus mit Budgie-Desktop

Das Solus-Projekt hat eine erste stabile Version seiner Linux-Distribution Marke Eigenbau veröffentlicht. Solus 1.0 bringt neben vielen eigenen Tools auch die selbst entwickelte Desktop-Oberfläche Budgie mit, die wenig Ressourcen braucht, aber trotzdem gut aussieht.

Die Ambitionen des Solus-Projektes ähneln denen anderer Distributionen: ein anwenderfreundliches Linux für den Desktop, einfach zu bedienen, in moderner Optik und ohne allzu viele Ressourcen zu fressen. Bei der Umsetzung gehen die Entwickler aber in vielen Dingen eigene Wege: Statt eine weitere Ubuntu-Variante ins Leben zu rufen, ist Solus „built from scratch“, also ein Eigenbau und kein Derivat einer der großen Distributionen. Der schlanke Budgie-Desktop nutzt zwar den Gnome-Stack in seiner aktuellen Version 3.18 und neben eigenen Tools auch viele Gnome-Programme, wurde aber vom Solus-Team selbst entwickelt. Budgie bietet eine zurückhaltende, moderne Oberfläche, die nur wenig Systemressourcen braucht und trotzdem gut aussieht.

Die junge Linux-Distribution Solus bringt den schlanken Budgie-Desktop mit. Das Tool Raven blendet rechts eine Leiste für Benachrichtigungen, Kalender, Mediaplayer-Steuerung und Einstellungen für Panel und Desktop ein.

Das erste Release der Distribution trägt den Namen Solus 1.0 „Shannon“, während eine erste Betaversion noch als EvolveOS erschienen war. Aus markenrechtlichen Gründen wurde die Distribution allerdings umgetauft. Das Projekt will Solus 1 bis Ende 2017 mit Updates versorgen. Das nächste Release soll aber trotzdem schon in einem Jahr erscheinen. Einen ersten Blick auf den auch für andere Distributionen verfügbaren Budgie-Desktop erlaubt das Live-Medium von Solus 1.0; bei der Installation des Systems geht ein grafischer Assistent zur Hand. Bislang sind nur Installationsmedien für 64-Bit-x86-Systeme verfügbar. Solus bringt den recht aktuellen Linux-Kernel 4.3.3 mit, der erstmals die Grafikkerne in Intels Skylake-Prozessoren anspricht. Als Init-System kommt das mittlerweile von den meisten Distributionen eingesetzte Systemd in Version 218 zum Einsatz.

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Ein grafischer Assistent hilft bei der Installation von Solus auf der Festplatte.