c't 3/2016
S. 39
News
Internet

Twitter: 10 000 statt 140 Zeichen

Wer twittert, muss sich kurzfassen: Pro Tweet sind nur 140 Zeichen erlaubt. Zu wenig, findet Twitter-Chef Dorsey und regte an, das Zeichen-Limit zu erhöhen.

Wer bei Twitter viel zu sagen hat, muss lange Texte als Screenshot veröffentlichen: Pro Tweet sind nur 140 Zeichen erlaubt. Das ist viel zu wenig, findet der Twitter-Mitgründer und -Chef Jack Dorsey. In einem längeren Text, den er demonstrativ als Bilddatei bei Twitter veröffentlichte, argumentierte er für eine Aufhebung der Limitierung. Richtige Texte könnten die Nutzer durchsuchen, markieren und kopieren.

Das Wall Street Journal schrieb unter Berufung auf Quellen bei Twitter, dass die Obergrenze auf 10 000 Zeichen hochgesetzt werden soll. Die jetzigen 140 Zeichen stammen noch aus der Anfangszeit: Damals konnten die Nutzer ihre Nachrichten via SMS einsenden. (dbe@ct.de)

Facebooks „Freundefinder“ war unzulässiger Spam

Nach dem Kammergericht Berlin hat nun auch der Bundesgerichtshof entschieden, dass der sogenannte „Freundefinder“ von Facebook eine wettbewerbsrechtlich unzulässig belästigende Werbung darstellte (AZ: I ZR 65/14).

In dem Verfahren ging es um die Funktion „Freunde finden“, wie sie im Herbst 2010 gestaltet war: Facebook-Mitglieder konnten ihre Adressbuchdaten an das soziale Netzwerk übermitteln. Facebook nutzte die Kontakte dann auch, um Einladungen an nicht registrierte Bekannte zu verschicken. Der Bundesgerichtshof wertete diese Einladungs-E-Mails als unzumutbare Belästigung. Zudem kritisierte der Bundesgerichtshof, dass Facebook-Nutzer nicht ausreichend über dieses Verfahren informiert worden waren.

Das Urteil wird allerdings keine Anwendung finden: Facebook hat seinen Freundefinder bereits 2011 entschärft und mit dem damaligen Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar eine datenschutzkonforme Lösung vereinbart. (mho@ct.de)

Amazon plant eigenen Lieferdienst

Amazon macht sich unabhängiger von Lieferdiensten wie DHL oder Hermes. Mit einem eigenen Zustellservice will das Unternehmen auf mögliche Engpässe im Boom des Onlinehandels reagieren. Der Bundesverband Onlinehandel erwartet für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

„Amazon will Flexibilität gewinnen, neue Services wie Same-Day-Zustellung anzubieten“, erklärte Amazon-Manager Bernd Schwenger der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ). Die Pläne seien aber kein Ausdruck mangelnden Vertrauens in die etablierten Paketdienste, betonte der Manager. Seit vergangenem November liefert Amazon in 14 Regionen bestellte Ware noch am selben Tag, allerdings noch über externe Lieferdienste.

Zunächst sollen in Stadtnähe Verteilerzentren entstehen. Das Modellprojekt konzentriert sich derzeit auf das Zentrum Olching bei München; weitere Standorte würden gesucht. Ob Amazon dann auch seinen Lebensmittel-Versand „Amazon Fresh“ in Deutschland startet, ist noch offen. Laut Berichten laufen die Vorbereitungen bereits. (dbe@ct.de)

Kommentieren