c't 3/2016
S. 22
News
CES: Virtual Reality, 360-Grad-Video, SLR

Virtuelle Welten

VR-Brillen, 360-Grad- und Spiegelreflexkameras

Seit geraumer Zeit ist Virtual Reality in aller Munde. Entsprechend hoch waren die Erwartungen in Las Vegas: Gelingt der Durchbruch? Dazu braucht es endlich VR-Brillen. Und letztlich auch preiswertere Aufnahmemöglichkeiten.

Zum echten Durchstarten von Virtual Reality müssten die lange versprochenen VR-Brillen nicht mehr nur für Entwickler, sondern für alle verfügbar sein. Tatsächlich gab VR-Pionier Oculus in Las Vegas endlich den Verkaufsstart seiner Virtual-Reality-Brille Rift bekannt: Ab Ende März soll das heiß ersehnte Gerät zu haben sein – für stolze 700 Euro plus Versandgebühr. Vor allem im Vergleich zur Entwicklerversion DK2, die mit 360 Euro inklusive Versand und Zoll nur halb so viel kostete, ist das deutlich teurer als erwartet.

Um die Kopfbewegung des Trägers zu erkennen, erfasst eine externe Tracking-Kamera die kleinen LEDs in der Oculus Rift (im Bild 16 Stück sichtbar).

Der Ärger unter den VR-Fans war natürlich groß. Doch Oculus-Gründer Palmer Luckey gab sich im c’t-Interview gelassen: Die Ausstattung der Brille rechtfertige den Preis, denn man habe sich für Qualität entschieden. So nutze die Rift zwei große OLED-Displays, Linsen wie für bessere Kameraobjektive und ein hochwertiges Audiosystem. Ohnehin sei das eigentlich Teure eher der nötige PC: Der muss vier freie USB-Ports (drei davon USB 3.0) und eine leistungsstarke Grafikkarte haben (mindestens GeForce GTX 970 oder Radeon R9 290). Ein Trostpflaster gabs für alle Unterstützer der Rift-Kickstarter-Kampagne aus 2012: Sie bekommen als „Zeichen der Anerkennung“ eine „Special Edition“ der Rift-Brille – was das genau bedeutet, ist noch unklar.

Zu jeder Brille liefert Oculus ein Xbox-One-Gamepad mit und die Vollversionen der VR-Spiele EVE: Valkyrie und Luckys Tale. Im Laufe des Jahres sollen 20 Exklusiv-Spiele auf den Markt kommen sowie 100 vollwertige Spiele und „Experiences“. Zusätzlich gibt es hunderte Software-Titel, die größtenteils in Ein-Personen-Projekten entstanden sind.

Zum Kasten: Spiegelreflexkameras mit feinem Autofokus

Die bislang einzige ernsthafte Konkurrenz für Oculus ist das von HTC und Valve gemeinschaftlich entwickelte Virtual-Reality-System Vive. Mit der Vive-Brille kann man sich in einem bis zu 25 Quadratmeter großen Raum frei bewegen, bleibt dabei allerdings mit dem PC verkabelt. Die Hoffnung, dass die neue Entwicklerversion Vive Pre drahtlos kommuniziert, hat sich auf der CES nicht erfüllt. Dafür hat HTC eine Kamera eingebaut, mit der man seine Umgebung wie einst Terminator als Drahtgitter sehen kann.

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