c't 4/2016
S. 152
Know-how
WLAN-Entwicklungen
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WLAN-Evolution

Wie sich WLAN trotz Patentquerelen weiterentwickelt

WLAN mit Gigabit-Bruttodurchsatz ist inzwischen Alltag. Künftig wollen die Entwickler unter anderem den Durchsatz in dicht besetzten Funkzellen mit Feintuning am Protokoll steigern. Doch alle Verbesserungsvorschläge müssen erst das Hauen und Stechen um Patente überstehen, bevor der Nutzer profitiert. Solche Verzögerungen könnten den Todesstoß etwa fürs Sub-GHz-WLAN 802.11ah bedeuten, das die IEEE als Funk-Rückgrat fürs Internet of Things auserkoren hat.

Wie das WLAN der Zukunft funktioniert, hängt immer weniger an technischen Aspekten, sondern zunehmend an finanziellen und politischen Interessen der am Standardisierungsprozess beteiligten Unternehmen. So sieht sich die Normenfamilie IEEE 802.11 jetzt ungewohnt heftigen Herausforderungen gegenüber. Diese stehen Fortschritten wie etwa dem kommenden Standard 802.11ay entgegen, der quasi als drahtloses Patchkabel bis zu 100 GBit/s brutto transportieren soll.

Im international tätigen IEEE ist die Standards Association für die Normenentwicklung zuständig. Nach den Regeln der IEEE-SA dürfen Patentinhaber Schutzrechte nur dann in eine Norm einbringen, wenn sie diese zu fairen und angemessenen Konditionen an jedermann lizenzieren (Fair, Reasonable, and Non-discriminatory, FRAND). Bleibt eine unwiderrufliche Zusicherung dazu aus (Letter of Assurance, LoA), sind die Komitees der IEEE-SA angehalten, die Verabschiedung einer Norm auch mal zu verweigern.

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