c't 4/2016
S. 20
News
Smartphones, Tablets, Notebooks

Erstes Android-Smartphone mit Force Touch

Das ZTE Axon Mini kostet mit LTE, Dual-SIM und 32 GByte Speicher laut Liste 389 Euro, der Straßenpreis dürfte sich unter 350 Euro einpendeln.

Das ZTE Axon Mini geht als erstes Android-Smartphone in die Läden, das zwischen normalem und besonders starkem Tippen per Finger unterscheidet. Diese Force Touch genannte Technik hatte zuerst Huawei auf dem noch nicht erhältlichen Mate S gezeigt, wenige Tage später Apple auf dem iPhone 6s. Schon vor vielen Jahren beherrschte das Blackberry Storm etwas Ähnliches, dort ließ sich tatsächlich das gesamte Display mechanisch drücken.

Beim ZTE nutzen allerdings nur einige mitgelieferte Apps Force Touch. Beispielsweise legt man im Kalender mit starkem Druck auf einen Tag einen neuen Termin an. In der Galerie zeigt ein fester Fingerdruck eine größere Vorschau eines Bilds. Drückt man auf dem Homescreen fest auf Icons, öffnet sich bei vielen der mitgelieferten Apps ein Kontextmenü beispielsweise zum Anlegen eines Alarms, Erstellen einer Mail oder Abspielen von Musik. Da Android anders als iOS Force Touch nur rudimentär unterstützt, können weitere Apps bestenfalls umständlich auf die verschiedenen Druckstufen reagieren und haben keine Möglichkeit, auch ein Kontextmenü auf dem Homescreen einzublenden.

Die übrige Ausstattung ist gut: Das 5,2 Zoll große Display zeigt 1920 × 1080 Punkte in AMOLED-Technik. Das Funkmodul spricht 11ac-WLAN, Bluetooth 4 und LTE. Eingebaut sind 3 GByte RAM und 32 GByte Flash. Ein Speicherkarten-Slot ist vorhanden, er teilt sich allerdings den Platz mit der zweiten SIM-Karte – es lässt sich also nur entweder eine MicroSD-Karte oder eine zweite SIM einsetzen. Der Prozessor, ein Snapdragon 616, ist 64-bit-fähig und hat vier 1,5 GHz schnelle Kerne und vier langsamere. Auf der Rückseite sitzt eine 13-MP-Kamera, die 4K-Videos aufnimmt, vorne eine mit 8 MP. Ein Fingerabdrucksensor unter der Rückkamera dient zum Entsperren des Geräts. Das Axon Mini wiegt 141 Gramm und ist 8 Millimeter dick. ZTE verkauft es hierzulande mit goldfarbigem Gehäuse. (jow@ct.de)

Jolla versemmelt Tablet mit Sailfish OS

Der aus Nokia hervorgegangene Smartphone-Hersteller Jolla kann nicht liefern: Nur ein Bruchteil der per Crowdsourcing finanzierten Tablets mit Sailfish OS wird fertig, die übrigen Vorbesteller will Jolla bis 2017 auszahlen. In einer ersten Charge habe Jolla 121 Tablets ausgeliefert, weitere 540 will man im Februar verschicken, sagte Firmenchef Antii Saarnio. Alle anderen vermutlich rund 12 000 Indiegogo-Käufer sollen ihr Geld inklusive Zahlungen für Versand oder Zubehör erstattet bekommen. Die erste Hälfte will Jolla bis März auszahlen, die zweite Hälfte soll im Laufe eines Jahres überwiesen werden – soweit es die finanzielle Situation erlaubt, wie Saarnio im gleichen Satz einschränkte.

Er erläuterte auch Gründe für das Desaster: Es habe nicht nur Probleme mit einzelnen Komponenten wie dem Display gegeben, sondern der Auftragsfertiger habe auch mehrfach die Produktionsstätte wechseln müssen. Durch den laut Saarnio unerwarteten Ausfall eines Investors habe sich die Lage dann dramatisch verschlechtert. Inzwischen seien einige der nötigen Komponenten nicht mehr erhältlich, sodass eine Nachproduktion unmöglich sei. Zudem habe man das Geld aus der Indiegogo-Kampagne zu wesentlichen Teilen für die Entwicklung von Sailfish OS 2.0 einsetzen müssen, da die Vorversion nicht auf dem Tablet lauffähig war. (jow@ct.de)

Kamera-Smartphone ohne Telefon

Manche mögen als Vorteil sehen, dass sie auf dem Lumix DMC-CM10 nicht angerufen werden können. Die Kamera gehört zu den besten in Smartphone-Größe.

Panasonic bringt vorerst nur in Japan eine Variante des Kamera-Smartphones Lumix DMC-CM1 (Test in c’t 5/15, S. 66) ohne Telefoniefunktion. Das Lumix DMC-CM10 ist also eher eine kleine Kamera mit Android, LTE und WLAN. Die übrigen Daten bleiben unverändert: 20-MP-Kamera mit für Smartphones riesigem 1-Zoll-Sensor, Objektiv mit f/2,8 und umgerechnet 28 mm Brennweite, 4,7-Zoll-Display mit 1920 × 1080 Punkten, Snapdragon 801, 2 GByte Speicher, 16 GByte Flash, MicroSD-Slot. Damit dürften vor allem die Fotos mit hohen ISO-Werten deutlich weniger rauschen als die von anderen Smartphones.

Die Hoffnung auf ein Smartphone mit besserer Kamera weckt somit eher das Asus ZenFone Zoom: Die Auslieferung des bisher nur als Prototyp gezeigten 5,5-Zöllers mit optischem 3-fach-Zoom soll im Februar beginnen, jedoch zuerst in Indien und USA. (jow@ct.de)

Kommentieren