c't 5/2016
S. 34
News
Apple

iOS lehnt Ersatz-Fingerabdruckscanner ab

Freie Werkstätten können einen defekten Fingerabdruckscanner zwar ersetzen, iOS kann jedoch den Ersatz aus Sicherheitsgründen ablehnen und den Dienst ganz verweigern.

Die Reparatur von iPhones und iPads durch freie und nicht von Apple autorisierte Werkstätten kann scheitern, wenn das Gerät mit einem Fingerabdruckscanner ausgerüstet ist (Touch-ID-Modul). Dies geht aus einem Support-Dokument hervor, das Apple Anfang Februar zur „Fehlermeldung 53“ veröffentlicht hat. Im iOS-Gerät hinterlegte Fingerabdrücke lassen sich zur Entsperrung des Gerätes und zur Autorisierung von Zahlungen nutzen.

Apple hat iOS so ausgelegt, dass es bei Updates oder Wiederherstellungen die ID des Scanners prüft, der anderen Komponenten des Geräts zugeordnet ist. Findet das System ein nicht registriertes Modul, bricht es zumindest das Einspielen der Software ab. Unter Umständen blockiert diese Maßnahme aber auch das gesamte Gerät.

Das Problem könne nicht nur beim Austausch eines defekten Home-Buttons auftreten, wie Apple nun erklärt, sondern „generell nach Reparaturen“, also etwa bei einem „fehlerhaften oder unberechtigten“ Display-Wechsel. Die Sperre sei eine „Sicherheitsmaßnahme vor einem betrügerischen Touch-ID-Sensor“, erklärt Apple.

Geräte, die den Fehler 53 melden, kann man unter Umständen durch eine erneute Wiederherstellung zur Weiterarbeit bewegen. Schlägt das fehl, empfiehlt Apple, den Support zu kontaktieren. Falls sich ein Gerät nach dem Ersetzen einer anderen Komponente durch eine freie Werkstatt gesperrt hat, sollen Betroffene die „Kosten für eine Reparatur außerhalb der Garantie“ bei Apple erfragen.

In den USA könnte die Gerätesperre juristische Folgen haben: Die Anwaltsfirma PCVA bereitet ein Vorgehen gegen den iPhone-Produzenten vor. Aktuell suchen die Anwälte über ihre Website Betroffene „für eine potenzielle Sammelklage“ (siehe c’t-Link). Laut PCVA widerspreche Apples Politik „verschiedenen Verbraucherschutzgesetzen in den Vereinigten Staaten“. (dz@ct.de)

Apple übernimmt Sicherheitsforscher

Die Firma LegbaCore forscht nicht mehr auf eigene Rechnung zur Computer-Sicherheit, sondern gehört jetzt zum Apple-Konzern.

Wie mit Verspätung bekannt wurde, hat Apple im November 2015 die Sicherheitsfirma LegbaCore übernommen. Die beiden Gründer Xeno Kovah und Corey Kallenberg haben gemeinsam mit dem Sicherheitsforscher Trammel Hudson mit dem Aufdecken mehrerer Schwachstellen in der Mac-Firmware für Aufsehen gesorgt.

Über die Lücken lassen sich Schädlinge einschleusen, die sich beispielsweise über Apples Thunderbolt-auf-Ethernet-Adapter weiter verbreiten können. Eine der Lücken hat Apple inzwischen mit OS X 10.10.4 sowie einem Sicherheits-Update für ältere OS-X-Versionen bis hin zu 10.8 beseitigt. Legbacore hat sich mit „Sicherheit auf den tiefsten und dunkelsten Ebenen von Computersystemen“ beschäftigt, darunter mit Schwachstellen im Extensible Firmware Interface respektive Unified Extensible Firmware Interface (UEFI). Mit dem BIOS-Rootkit LightEater zeigten die Forscher, dass auch in Firmwares anderer PC-Hersteller Sicherheitslücken klaffen. (dz@ct.de)

Benchmarks für Programmiersprache Swift

Apple hat Werkzeuge zur Leistungsmessung von Swift-Programmen als Open-Source-Software auf dem Hosting-Service GitHub veröffentlicht. Die Nutzung unterliegt der Apache-Lizenz.

Das Paket umfasst 75 Messreihen, diverse Programmbibliotheken sowie Software, die dabei helfen soll, die Leistung von Swift-Anwendungen zu messen und Fehlfunktionen frühzeitig zu erkennen. (dz@ct.de)

Apple Music nun in über 110 Ländern

Der Streaming-Dienst Apple Music ist seit Anfang Februar in 113 Ländern verfügbar. Zuletzt hatte Apple seinen Service für die Türkei und Taiwan freigeschaltet. In beiden Ländern kostet das Monatsabo deutlich weniger als hierzulande (monatlich 9,99 Euro für ein Einzelabo und 14,99 für das Familienpaket). So zahlt man 150 Neue Taiwan-Dollar für einen Einzelplatz und 240 Neue Taiwan-Dollar für das Familienpaket (umgerechnet rund 4 Euro beziehungsweise 6,44 Euro). In der Türkei verlangt Apple 10 beziehungsweise 15 türkische Lira (3 Euro respektive 4,55 Euro).

Das Musikangebot unterscheidet sich von Land zu Land. Den Radiosender Beats 1 strahlt die Firma nicht in allen Apple-Music-Ländern aus; beispielsweise fehlt der Kanal in Ungarn.

(dz@ct.de)

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