c't 5/2016
S. 31
News
Windows 10

Detail-Schnipsel zu kumulativen Windows-Updates

Updates für Windows 10 verteilt Microsoft seit der Veröffentlichung des Systems als sogenannte kumulative Updates. Dabei handelt es sich um große Updatepakete, in dem alle bis dato angefallenen Patches – kritische und unkritische – zusammengefasst stecken. Das ist vor allem bei Neuinstallationen hilfreich, weil nicht zig bis hunderte einzelne Updates installiert werden müssen, sondern eben nur das jeweils aktuelle kumulative Update und allenfalls noch seitdem erschienene sicherheitskritische Patches.

Bislang verriet Microsoft allerdings keine Details dazu, was die kumulativen Updates eigentlich genau reparieren – nur die kritischen Sicherheitslücken fanden gesonderte Erwähnung. Auf die Kritik daran will Microsoft nun mit zwei neuen Service-Websites reagieren.

Eine englische Seite namens „Windows 10 Update History“ nennt nun immerhin erstmals ein paar Details zu den am Februar-Patchday veröffentlichten kumulativen Updates. Sonderlich konsequent ist Microsoft dabei aber bislang nicht. Das kumulative Update für Windows 10 Version 1511 etwa, das die Build-Nummer auf 10586.104 hebt, löst ein Problem mit dem Caching der besuchten URLs im Privat-Modus des Browsers Edge; Updates aus dem Store und via Windows Update sollen sich nun gleichzeitig installieren lassen und in der Musik-App Groove hinzugefügte Songs sollen sofort auftauchen. Bei den restlichen Erklärungen gibt es allerdings wieder nutzlose Aussagen wie „Improved security in the Windows kernel“ sowie Hinweise auf nicht näher benannte Probleme mit Windows UX, Windows 10 Mobile, Internet Explorer 11, Microsoft Edge, Taskleiste und so weiter.

Auf einer zweiten Webseite namens „Windows 10 Release Information“ verrät Microsoft Details zu den Updatezyklen der einzelnen Editionen und den Update-Zweigen („Branches“). Dort nennt der Hersteller die Ur-Version mit der Build-Nummer 10240 „Version 1507“ – passend zum neuen, an Ubuntu angelehnten Versionsnummernschema mit Veröffentlichungsmonat und -jahr. (axv@ct.de)

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Neuer Insider-Release-Ring

Microsoft stellt Teilnehmern am Betatestprogramm Windows Insider einen dritten Release-Ring zur Verfügung. Zu den bisherigen Update-Kanälen Fast und Slow (im Deutschen: Schnellanzeige und verzögerte Anzeige) gesellt sich nun ein weiterer namens „Release Preview“. Wer seinen PC oder sein Smartphone in diesen Ring setzt, bekommt ausschließlich Versionen, die auch im Current Branch landen sollen, also im Prinzip offizielle neue Versionen sind – nur eben früher.

In der Vergangenheit ging Microsoft bereits ähnlich vor. So landete im letzten Sommer die erste fertige Ausgabe mit der Build-Nummer 10240 rund zwei Wochen vor dem offiziellen Release auf den PCs der Windows-Insider – sodass Microsoft noch Zeit hatte, um letzte Korrekturen zum Release gleich mit einem kumulativen Update hinterherschieben zu können. (jss@ct.de)

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Windows 10 ablehnen – der offizielle Weg

Seit Windows 10 zu haben ist, versucht Microsoft mit kreativen Methoden, es auch den Upgrade-unwilligsten Nutzern von Windows 7 und 8.1 aufs Auge zu drücken. Ein Knowledge-Base-Eintrag des Herstellers beschreibt allerdings auch, wie sich das Update-Gedrängel ganz offiziell abstellen lässt. Microsoft wendet sich mit dem Artikel vor allem an Admins, die Windows 10 von ihren Clients fernhalten wollen oder müssen. Daher darf man hoffen, dass diese Methode der Upgrade-Vermeidung dauerhaften Bestand hat und nicht vom Hersteller selbst durch immer neue Überredungsversuche ad absurdum geführt wird.

Wir haben die entsprechenden Registry-Einträge nun in eine .reg-Datei gepackt (siehe c’t-Link), die Sie herunterladen, entpacken und dann per Doppelklick auf Ihr Windows 7 oder 8.1 anwenden können. Wer lieber selbst Hand anlegt: Unter dem Registrierungsschlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Gwx muss ein DWORD mit dem Namen „DisableGwx“ und dem Wert „1“ erstellt werden.

Zudem muss in der Registry der Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsUpdate angelegt und mit einem DWORD-Eintrag „DisableOSUpgrade“ mit dem Wert „1“ bestückt werden. Der Eintrag unterbindet, dass das rund zweieinhalb Gigabyte dicke Upgrade-Paket in Windows Update angeboten wird. Nach einem PC-Neustart wird das Taskleisten-Symbol GWX, das beständig für Windows 10 trommelt, nicht mehr geladen. Aus Windows Update sollte das Paket spätestens verschwinden, nachdem die Suche nach Updates einmal von Hand angestoßen wurde. (jss@ct.de)

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