c't 6/2016
S. 160
Praxis
Fotos retten

Foto-S.O.S.

Bilder von Speicherkarten, USB-Sticks und Festplatten retten

Streikt die Speicherkarte, heißt das nicht unbedingt, dass auch die Daten verloren sind. Mit Linux-Bordmitteln kann man sie oft nicht nur wieder herstellen, sondern auch gleich sinnvoll sortieren.

Meldet die Digitalkamera „no data found“, sackt das Herz in die Hose. Was ist mit den Fotos vom Kindergeburtstag? Der Trophäe vom One-Night-Stand? Dem Beweis der Kilimandscharo-Besteigung? Keine Panik! In vielen Fällen sind weder die Speicherkarte noch die Bilder futsch, sondern lediglich das Dateisystem oder Verwaltungsinformationen. Die kann man leicht rekonstruieren.

Hier haben die Linux-Tools ddrescue und photorec bereits zahlreiche Bilder wiederhergestellt – viele sogar mehrfach. Bevor man manuell die Spreu vom Weizen trennt, darf das exiftool aussagekräftige Dateinamen konstruieren.

Während man für die Wiederherstellung unter Windows spezielle Programme braucht, bringen viele Linux-Distributionen die benötigten Werkzeuge bereits mit, andernfalls lassen sie sich leicht per Paketverwaltung nachinstallieren. Folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung haben wir mit der Live-Version von Ubuntu 15.10 ausprobiert. Sie bootet direkt vom USB-Stick und eignet sich daher auch für Windows-Nutzer. Die Vorgehensweise sollte sich aber auch auf andere Linux-Distributionen übertragen lassen. Unterschiede gibt es nur in der Art und Weise, wie man fehlende Tools nachinstalliert.

Backup erstellen

Doktorn Sie niemals direkt an einem Speichermedium herum, das womöglich im Sterben liegt. Widerstehen Sie dem Versuch, mal eben das im Internet oder von einem Freund empfohlene Wunder-Reparaturprogramm auszuprobieren! Auch die vom Betriebssystem angebotenen Reparaturfunktionen – ob Windows oder Linux – können einer angeschlagenen Karte den Rest geben. Erstellen Sie daher zu allererst ein Bit-genaues Abbild der Karte.

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