c't 7/2016
S. 42
News
Internet

Opera mit Adblocker

Dank eines integrierten Adblockers soll der Opera-Browser Webseiten schneller laden. Laut Hersteller ist die fest eingebaute Lösung bis zu 45 Prozent schneller als die Adblocker-Plug-ins anderer Browser.

In der neuesten Developer-Version des Opera-Browsers ist ein Adblocker direkt integriert, aber noch deaktiviert. Über einen Dialog bietet der Browser an, den Werbeblocker einzuschalten. Opera verspricht, dass die integrierte Lösung deutlich performanter sei als die verbreiteten Plug-ins für andere Browser. Nach Angaben von Opera laden Webseiten im Schnitt 45 Prozent schneller als mit Chrome und AdBlock Plus. Wie viele andere Adblocker setzt Opera auf die redaktionell gepflegte Easylist-Filterlisten.

Die Whitelist des Opera-Adblockers ist in der Voreinstellung gut gefüllt: Über 60 Domains sind von der Filterung ausgeschlossen – darunter unbedenkliche Seiten wie Wikipedia sowie alle Inhalte von Opera.com selbst. Zudem finden sich Angebote, die unaufdringliche Werbung auf ihren Seiten anzeigen. Nutzer können die Whitelist frei editieren. Wann die Funktion im stabilen Browser erscheinen soll, ist noch offen. (Torsten Kleinz/dbe@ct.de)

Chrome scrollt weicher

Chrome 49 verfügt über einen weicheren Bildlauf: Das „smooth Scrolling“ ersetzt das bisherige „stepped Scrolling“, das die Nutzer laut Google als weniger „ästhetisch ansprechend“ empfunden hätten. Das weichere Scrolling soll die Benutzung des Mausrads vereinfachen und ist ab sofort unter Windows, Linux und Chrome OS als Standard eingestellt. Außerdem unterstützt Chrome den Kompressionsalgorithmus Brotli. Durch ihn sollen Websites schneller laden und ein geringeres Datenvolumen beanspruchen. (dbe@ct.de)

Flächendeckender Glasfaserausbau

Der „Digitalen Agenda“ folgend setzt sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für die „Digitale Strategie 2025“ ein. Diese sieht den Breitbandausbau als Grundlage für eine „erfolgreiche digitale Transformation“ von Wirtschaft und Gesellschaft. Gabriel fordert deutlich höhere Netzkapazitäten und erschwingliche Gigabit-Anschlüsse, auch für den Mittelstand. Eigentlich ist für den Breitbandausbau das Verkehrsministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) zuständig.

Gabriel vertritt einen marktgetriebenen Ansatz. Die Kosten für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in alle Haushalte (FTTH, Fiber To The Home) beziffert er mit 100 Milliarden Euro. Ein Fonds mit einem Volumen von etwa 10 Milliarden Euro soll den Ausbau der Glasfasernetze in ländlichen Räumen unterstützen.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) begrüßte Gabriels Ankündigung. Der Interessenverband sagte, damit werde klar, „dass kupferbasierte Vectoring-Anschlüsse – wenn überhaupt – nur für einen Übergangszeitraum hilfreich sein können. Schon in den kommenden Jahren werden Unternehmen, aber auch Bürger hochmoderne Gigabit-Netze benötigen.“ (uma@ct.de)

„Gefällt mir“-Button: Hinweispflicht zur Datenweitergabe

Seitenbetreiber müssen ihre Besucher darüber informieren, wenn sie Daten an Facebook über den „Gefällt mir“-Button weitergeben. Dies hat das Landgericht Düsseldorf entschieden. Die Verbraucherzentrale NRW hatte gegen den Bekleidungshändler Peek & Cloppenburg Klage eingereicht, weil er auf seiner Website „Fashion ID“ den Facebook-Button eingesetzt hatte (Az. 12 O 151/15). Seine Integration verletze Datenschutzvorschriften, weil dadurch unter anderem die IP-Adresse des Nutzers ohne ausdrückliche Zustimmung an Facebook weitergeleitet werde, hieß es in der Begründung des Urteils. Die Daten sammelt Facebook auch, wenn man den Button nicht aktiv nutzt. „Keiner weiß, was Facebook mit den Daten macht“, sagte Rechtsanwältin Sabine Petri von der Verbraucherzentrale. Facebook verteidigte die Praxis und bezeichnete die Buttons als „akzeptierten, legalen und wichtigen Teil des Internets“.

Zu den offiziellen Social-Media-Buttons gibt es zahlreiche Alternativen. Mit Shariff hat die c’t eine datenschutzfreundliche Open-Source-Variante entwickelt. Die Buttons senden beim Aufrufen keine Daten an Facebook, Twitter & Co. – erst, wenn der Nutzer sie anklickt, um eine Webseite zu teilen. (dbe@ct.de)

Firefox 45 ohne Tab-Gruppen

Dank eines integrierten Adblockers soll der Opera-Browser Webseiten schneller laden. Laut Hersteller ist die fest eingebaute Lösung bis zu 45 Prozent schneller als die Adblocker-Plug-ins anderer Browser.

Die Entwickler von Firefox haben in der neuen Version die Tab-Gruppen aus dem Browser entfernt. Dies ist eine Konsequenz einer Ankündigung im November, den Firefox-Browser schlanker und schneller zu machen. Mit der Funktion ließen sich mehrere Tabs optisch gruppieren. Von dieser Möglichkeit hätten allerdings nur wenige Anwender Gebrauch gemacht, erklärte Mozilla und empfiehlt als Ersatz das Plug-in „Tabgruppen“.

Den Umgang mit synchronisierten Tabs haben die Entwickler indes vereinfacht: Ein Klick auf die neue Schaltfläche „Synchronisierte Tabs“ öffnet eine Übersicht aller Seiten, die auf synchronisierten Mobilgeräten geöffnet sind. Den Abgleich nimmt der Browser über das Firefox-Konto vor. Außerdem ergänzen die synchronisierten Tabs die Vorschläge in der Adresszeile des Browsers.

Der integrierte WebRTC-Videochat „Firefox Hello“ dient nun vor allem dazu, mit Freunden gemeinsam im Internet zu surfen. Ein Klick auf „Seite mit einem Freund besuchen“ teilt die aktive Webseite einem anderen Nutzer mit, wofür kein Firefox-Account nötig ist. Für die Kommunikation öffnet sich ein kleines Chat-Fenster samt Videofunktion und Sprachübertragung. Das soll etwa die Planung einer gemeinsamen Reise erleichtern und eine „Entscheidungsfindung in Echtzeit“ ermöglichen. „Hello“ befindet sich derzeit noch in der Betaphase. (dbe@ct.de)

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