c't 7/2016
S. 10
Leserforum
Briefe, E-Mail, Hotline

Leserforum

Verkannte Brisanz

Editorial „Apples Kampf gegen die Windmühlen“ von Fabian Scherschel über den Konflikt zwischen Apple und dem FBI, c’t 6/16, S. 3

Der Artikel „Apples Kampf gegen die Windmühlen“ ist ein Affront gegen u. a. Henry David Thoreau bzw. den Artikel 20 im Grundgesetz (Widerstandsrecht). Herr Scherschel legt Apples Widerstand gegen die Entsperrung lapidar als Marketing ab. Vielmehr behauptet er, „Gesetz ist Gesetz“, und daran müsse man sich halten.

Dann wäre auch 1989 nie geschehen. Die Volksvertreter, die derartige Gesetze beschließen, sind vom Volke gewählt. Ist es im Sinne des Volkes, sich überwachen zu lassen? 1984 und Fahrenheit 451 sind bald nicht mehr nur bloße Romane, wenn dem so wäre. Übrigens: Die Mehrheit der amerikanischen Wähler wäre für eine Entsperrung. Nun, ich hätte hier gerne die Frage dazu gehört.

Von der c’t insbesondere hätte ich mir hier eine deutlich differenziertere Meinung erwartet. Sie mögen es journalistische Freiheit nennen – tatsächlich bildet die c’t jedoch auch Meinungen. Dessen sollte sie sich bewusst sein.

Gustav Walter

Alternativen zum Atomstrom

Zum Leserbrief „Milchmädchenrechnung“, c’t 06/16, S. 12

Ein schönes Stelldichein der Lobbyistendoktoren habt ihr da. Der eine bauscht ein reales Problem zur unüberwindbaren Hürde, der andere redet mit Gusto am Problem vorbei und reiht einen hinkenden Vergleich an den anderen.

Ich habs nicht nachgerechnet, aber es ist schon einleuchtend, dass wir nicht einen Basispfeiler unserer Infrastruktur umbauen können, ohne dass die Infrastruktur sich mitändern muss. Wird das was kosten? Na klar! Wird es neue, innovative Geschäftsmodelle eröffnen? Sicher! Werden die Entscheidungen, die wir in den nächsten Jahren treffen, unsere geopolitischen Abhängigkeiten für die nächsten 100 Jahre bestimmen? Das steht für mich außer Frage.

Damit steht auch für mich fest: Atomstrom mag der gefährlichste und teuerste Strom sein, aber die Alternative ist russisches Gas und Benzin aus dem Iran.

David Schmitt

Auftrag nicht ausgeführt

Das dicke Ende, Ärger bei der Umstellung eines T-DSL-Zugangs, c’t 6/16, S. 82

Das beschriebene Fiasko ist bei der Deutschen Telekom in keiner Hinsicht ein Einzelfall. Alle genannten Probleme habe ich im eigenen Namen oder für Betreuungskunden mehrfach selbst genau so erlebt.

Aufträge anzunehmen, die man nicht ausführen kann, ist bei der Telekom regelmäßige Praxis. Störungsmeldungen zu schließen, obwohl die Störung nicht behoben ist, ebenfalls – mal stillschweigend, mal mit der berühmten SMS-Nachricht: „Viel Spaß mit unseren Produkten.“ Auch dass die Hotline während eines Gesprächs einfach auflegt, kommt immer wieder vor. Dass versprochene Rückrufe tatsächlich erfolgen, ist meiner Erfahrung nach eher die Ausnahme.

Ein besonders problematisches Feld sind Störungen in der VoIP-Telefonie. Den Optimismus von Herrn Schnurer, so schwierig könne das nicht sein, kann ich aus meiner Erfahrung nicht teilen. Wenn die Aktivierung eines IP-Telefonie-Anschlusses nicht auf Anhieb klappt, wird die berüchtigte Abteilung „IT-Deutschland“ eingeschaltet, deren Bearbeitungszeiten nach eigenem Bekunden der Telekom völlig unkalkulierbar sind.

Ich hatte schon Fälle, wo Kunden nach der Umstellung auf All-IP über vier Monate ohne Telefon waren und während dieser ganzen Zeit keine andere Auskunft bekamen als: „Wir wissen auch nicht, wie lange es noch dauern wird.“ Hier laufen offensichtlich Telekom-intern Prozesse ab, die das Unternehmen in keiner Weise im Griff hat.

Tilman Schmidt

Go nach Gewicht

Mysteriöse Tiefe, Wie Google-KI den Menschen im Go schlagen will, c’t 6/16, S. 148

Es ist schön, dass man jetzt leistungsfähige Algorithmen kennt, die auch Go spielen können.

Aber würde man es als einen fairen Kampf bezeichnen, wenn ein Leichtgewichtboxer von einem Schwergewichtboxer K. o. geschlagen wird?

Ich denke für ein Spiel auf „Augenhöhe“ sollte man auch den Computer in die gleiche „Gewichtsklasse“ bringen.

1. Maximaler Bauraum 05 × 0.5 × 2.0 m

2. Maximales Bauvolumen 0.1 m3

3. Maximale Masse 100 kg

4. Maximale Versorgungsleistung 100 W

5. Interne Energiespeicher dürfen nicht mehr als 10 J speichern

Dies sollte man auch für Schach-Computer fordern. Dann wird es wieder richtig spannend!

Walter Mayer

Japanische Verhältnisse

Netzerweiterung, Zehn WLAN-Repeater stopfen Funklöcher, c’t 6/16, S. 92

Ich kann Ihre Erfahrung beim Netgear EX7000 bezüglich der mangelnden Stabilität des Signals bestätigen. Auch mein Exemplar arbeitet, wenn beide Frequenzen aktiviert sind, im 2,4 GHz-Bereich selten 24 Stunden am Stück. Nach einigen fruchtlosen Konfigurationstipps des Supports wurde mein Repeater getauscht. Doch auch der neue hat das gleiche Problem.

Um die hohen 5-GHz-Kanäle zu nutzen, gibt es jedoch einen Trick: Man muss das Einsatzgebiet von Europa auf Japan ändern, dann klappt es.

Joachim Baumann

WebView ausknipsen?

Android-Sicherheitsrisiko selbstgemacht, Eine Fehlkonfiguration des ab Android 5 ausgelagerten Browser-Moduls WebView verhindert wichtige Updates, c’t 6/16, S. 180

Ist WebView unter allen Umständen notwendig? Wenn ich Firefox oder Opera benutze, ist WebView verzichtbar, oder? Welche unverzichtbaren Funktionen benötigen ihn noch?

Christoph Schmees

WebView wird von vielen Apps genutzt, denen man es von außen nicht immer ansieht. Offensichtlich ist es bei Google+ oder Facebook, die ja Internetseiten aufrufen. Andere Apps setzen ihre Werbeeinblendungen über WebView um. Auch Apps, die ähnlich aufgebaute Webdienste haben, arbeiten viel mit WebView, etwa TripAdvisor, Airbnb, Immoscout und ähnliche. Daher lässt sich WebView nicht abschalten.

Mehr Compiler bitte

Codewandler, Drei aktuelle C++-Compiler im Performancevergleich, c’t 5/16, S. 140

Vielen Dank für den Artikel zu aktuellen Compilern. Er hat mal wieder einiges Licht in den Compiler-Dschungel gebracht.

Als Ergänzung zum Artikel würde ich mir Clang / Clang++ aus der LLVM-Suite wünschen. Performance-Daten dazu habe ich leider nicht, aber Clang gewinnt zunehmend an Bedeutung. Clang ist in den aktuellen Android NDKs enthalten und auf dem Mac beziehungsweise für iPhone der Standardcompiler in Xcode. In der Paketverwaltung von Debian und Ubuntu ist Clang inzwischen auch zu finden.

Johan Ahlers

Gefahr durch Abschaffung der Hilfe in Windows 10

Durch einen Support-Call meines Vaters bin ich gestern darauf gestoßen, dass es in Windows 10 zumindest beim Windows Explorer keine echte Hilfefunktion mehr gibt. Ein Klick auf das nach wie vor vorhandene Fragezeichen in der oberen rechten Ecke führt lediglich zum Aufruf des Standard-Browsers mit einer Suche bei Bing nach dem Begriff „hilfe zum datei-explorer in windows 10“.

Die Ergebnisse von Bing zu diesem Begriff sind sehr schlecht, fast unbrauchbar. Wenn man nach demselben Begriff bei Google sucht, bekommt man wenigstens noch ein paar Support-Seiten von Microsoft. Mein armer Vater hat dann auf einen der oberen Treffer geklickt, woraufhin sich sowohl eine „gefälschte“ Inhaltsseite zu dem Thema öffnete als auch eine weitere Seite, die ihn aufforderte, wegen seiner gefährdeten Daten eine Telefonnummer anzurufen.

Soweit ich das beurteilen kann, ist darüber hinaus nichts weiter passiert. Aber der Umstand, dass Windows offenbar selbst diese Bing-Suchen mit festgelegten Begriffen auslöst, wenn jemand auf das Fragezeichen klickt (oder F1 drückt), hat ganz offensichtlich dazu geführt, dass es sich für Bösewichte lohnt, genau zu diesen Suchbegriffen bei Bing weiter oben in die Ergebnisliste zu kommen. So schießt sich Microsoft doch eine Art Eigentor, weil es gerade die hilfesuchenden (= eher unbedarften) Anwender auf windige Internetseiten loslässt.

Malte Büttner

WLAN-Messungen vermisst

Rauschender Riegel, Intel Compute Stick, c’t 6/16, S. 66

Ich weiß ja nicht, ob Sie WLAN als zentrales Merkmal ansehen, aber konkrete Messwerte dazu mit der Bemerkung: „Videos aus dem Netz besorgt der im Vergleich zum ersten Compute Stick deutlich flinkere WLAN-Adapter“ abzutun ist doch etwas zu oberflächlich.

Ich jedenfalls hätte gerne eine Messung gesehen. Was taugt der Stick, wenn er beispielsweise als Reisecomputer in einem Hotelzimmer verwendet wird? Funkt er per 802.11ac vom Typ AC433 oder besser noch AC866 und ist einigermaßen gut bei Puste, wenns drauf ankommt?

Kurt Friis Hansen

Für verlässliche, reproduzierbare Angaben zur WLAN-Performance sind relativ aufwendige Messungen in einem störungsarmen Bereich nötig. Darauf hatten wir beim Kurztest des Compute Stick verzichtet, weil wir andere Aspekte als wichtiger bewertet hatten.

NTFS-Berechtigungen

Das Notebook des Grauens, Fallstudie: Laptop mit Hardware-Defekt – was tun? c’t 5/16, S. 146

Im Kasten „Besuch bei einer ruhenden Windows-Installation“ steht folgender Satz: „Diese Vorgehensweise hat allerdings einen Nachteil: Der Notepad-Explorer kopiert die Zugriffsrechte mit.“

Meines Wissens werden NTFS-Berechtigungen etwas anders behandelt. Werden Dateien oder Ordner von einer Partition auf eine andere Partition kopiert/verschoben, erben die Daten die NTFS-Berechtigungen des übergeordneten Ordners, in den sie eingefügt werden. Beim Kopieren von einer externen Festplatte auf eine andere Festplatte werden deshalb die Berechtigungen neu gesetzt und nicht kopiert. Es sollte reichen, den obersten Ordner mit den passenden Berechtigungen zu setzen, den Rest erledigt Windows.

Es gibt nur einen Fall, bei dem die NTFS-Berechtigungen mitwandern: Die Dateien werden innerhalb einer Partition verschoben. Hier greift der Mechanismus nicht, weil Windows nur die Master File Table ändert und die Dateien nicht anfasst. Kopiert man allerdings die Daten, kommt wieder die Vererbung zu tragen.

Robert Eisenreich

Enthemmt

Herunterladehemmung, Windows 7: Windows Update Beine machen, c’t 5/16, S. 148

Ich bin in der Flüchtlingsarbeit tätig, sammle alte Laptops und richte sie für die Asylanten wieder her. Dabei muss ich sehr oft die veralteten und unbrauchbaren Betriebssysteme durch ein neu installiertes Windows 7 ersetzen.

Um dem Upgrade-Horror bei Windows 7 zu entgehen, upgrade ich meist gleich ohne Upgrades von 7 auf Windows 10. Das geht erstaunlich oft völlig problemlos – von den mit dem Windows Media Creation Tool erstellten Windows-10-Boot-Medien.

Bei einigen Prozessormodellen geht das nicht und ich muss bei Windows 7 bleiben. Dabei hilft mir die von Ihnen beschriebene Methode; sie verkürzt die Aufsetzzeit um den Faktor 3.

Reinhard Klein

Keine Zweckentfremdung

Lautlos 4K, Der lüfterlose Mini-PC-Barebone, Zotac ZBox CI323 nano, c’t 4/16, S. 56

Bei Ihrem Test hätte ich es spannend gefunden, etwas mehr über den internen 52P/Mini PCI-e Steckplatz der ZBox zu erfahren. Dieser wird zwar erst nach Entnahme des WLAN-Moduls frei – aber was könnte man damit noch anstellen?

Cristiano Mesina

Nichts. ;-) Hierbei handelt es sich um einen M.2-Slot, bei dem möglicherweise nur PCIe beschaltet ist. Außerdem passen nur die „ganz kurzen“ Kärtchen hinein, eben der WLAN-Adapter Intel Dualband-Wireless-AC 3160 in der M.2-Version. In die ZBox CI323 passt nur ein M.2-Kärtchen mit 30 Millimetern Länge. Die kürzesten M.2-SSDs, die wir hier im Labor haben, sind jedoch 42 Millimeter lang (M.2 2242).

Ergänzungen & Berichtigungen

Kein IKEv2 bei CyberGhost

Tunneldienste, Mobil sicher ins Internet über VPN-Anbieter, c’t 3/16, S. 132

CyberGhost unterstützt kein IKEv2; dieser Eintrag in der Tabelle ist falsch.

Analyse der McGyver-App

MacGyvers Karten, Kreditkarten-Betrug trotz Chip+PIN, c’t 3/16, S. 76

Das Reverse Engineering der McGyver-App führten Frank Boldewin und Tillmann Werner durch; wichtigen Input zur Analyse einer solchen Java-Smartcard-App lieferte der Java-Sicherheitsexperte Marc Schönefeld.

Wir freuen uns über Post

Ausgewählte Zuschriften drucken wir ab und kürzen sie wenn nötig sinnwahrend.

Antworten sind kursiv gesetzt.

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