c't 7/2016
S. 34
News
Linux

OwnCloud 9.0 verbessert Funktionen zur Zusammenarbeit

Office-Dokumente lassen sich dank der Cloud-Version von LibreOffice jetzt direkt in OwnCloud bearbeiten. Bild: owncloud.org

Die neue OwnCloud-Version bringt gleich mehrere Verbesserungen, um die gemeinsame Arbeit an Dateien zu verbessern. So lassen sich jetzt beliebige Kommentare an Dateien heften, die Betrachter dann wiederum kommentieren können, um etwa über die Fotos zu diskutieren. Die OwnCloud-Macher haben zudem die Online-Version von LibreOffice in OwnCloud integriert, was eine gemeinsame Arbeit an Dokumenten ähnlich wie bei Google Docs erlauben soll. Neu dabei ist auch die WebRTC unterstützende Videokonferenz-Software von Spreed. Tags sollen helfen, die Dateien zu sortieren, die auf der Dropbox-Alternative zum Selbstinstallieren liegen. Eine überarbeitete File-Sharing-Funktion verspricht einen besseren Überblick bei der Frage, wer Zugriff auf welche Dateien oder Freigaben hat.

Alarme, Sicherheits-Updates und andere Ereignisse, die eine Reaktion des Nutzers erfordern, lösen jetzt eine Benachrichtigung außerhalb des Aktivitäten-Streams aus. Weitere Verbesserungen betreffen die Skalierbarkeit und Performance in sehr großen Installationen. Die serverübergreifende Zusammenarbeit („Federation“) soll leistungsfähiger und sicherer arbeiten. Ein neuer Updater verspricht, das Aktualisieren auf neue OwnCloud-Versionen zu erleichtern. (thl@ct.de)

Microsoft SQL Server für Linux geplant

Seinen SQL Server 2016 will Microsoft auch in einer Linux-Version anbieten, die Mitte 2017 allgemein verfügbar sein soll – also einige Monate später als die Windows-Version der Datenbank, die noch in diesem Jahr erscheinen soll. Einige Kunden können eine Vorabfassung der Linux-Version bereits testen. Noch unklar ist, ob Linux- und Windows-Ausführung denselben Funktionsumfang bieten sollen; in der Ankündigung ist jedoch von einer „konsistenten Plattform“ auf allen Betriebssystemen und in der Cloud die Rede. (thl@ct.de)

Suse OpenStack Cloud 6

Die neueste Version von Suse OpenStack Cloud soll ein Update auf spätere Versionen ermöglichen, ohne dass das den Betrieb der Private-Cloud stört. Die Software zum Bereithalten von Systemen (IaaS/Infrastructure as a Service) im eigenen Rechenzentrum bringt zudem einige Verbesserungen, um den ausfallsicheren Betrieb der Systeme besser gewährleisten zu können (HA/High Availability).

Die Software, die auf dem im Herbst veröffentlichten OpenStack-Release Liberty aufbaut, bringt zudem Unterstützung für Docker-Container und kann neben Hyper-V, KVM, Xen und VMware nun auch mit IBMs z/VM virtualisieren. (thl@ct.de)

Linux 4.5 entlockt Radeons mehr 3D-Performance

Die Radeon-R9-Modelle 285, 380, Nano und Fury können mit dem Mitte März erschienenen Linux-Kernel 4.5 deutlich mehr Leistung liefern, denn er kann die Karten erstmals in ihre schnelleren Betriebsmodi schalten. Die neue Kernel-Version bringt zudem 3D-Unterstützung für die verschiedenen Raspberry-Pi-Modelle mit. Neu ist auch ein Schutz für UEFI-Variablen, um Hardware-Defekte beim Aufruf von Kommandos wie rm -rf / zu verhindern. Details zu diesen und weiteren Neuerungen liefern heise open (http://heise.de/-3132326) und das Kernel-Log in c’t 4/16 auf Seite 38.

Für Linux 4.6 sind Erweiterungen vorgesehen, um die 3D-Beschleunigung bei GeForce-Karten der 900er-Reihe nutzen zu können. Bei deren Maxwell-v2-GPUs gelang das bislang nicht, weil Nvidia mit ihnen eine Schutztechnik eingeführt hat, durch die sich viele GPU-Funktionen nur mit einer von Nvidia signierten Firmware ansprechen lassen. Nvidia hatte bereits im September 2014 angekündigt, passende Firmware-Dateien zu veröffentlichen, die Linux-Distributionen integrieren können. Nachdem Nvidia diese Ankündigung Mitte Februar umgesetzt hat, haben die Entwickler jetzt die 3D-Unterstützung von Maxwell-v2-GPUs implementieren können. (thl@ct.de)

Debian wechselt auf Firefox zurück

Statt des hauseigenen Browsers Iceweasel wird Debian in Kürze wieder Firefox ausliefern. Vornehmlich ist das eine kosmetische Änderung, schließlich war Iceweasel von Detailunterschieden abgesehen ein Firefox mit anderem Namen und eigenem Logo. Iceweasel war Ende 2006 nach Auseinandersetzungen um die Verbreitungsbedingungen von Firefox und Thunderbird entstanden. Die Ursachen dafür haben das Debian- und das Mozilla-Projekt in den vergangenen Jahren aus der Welt geschafft.

Bei Debian Unstable wurde Iceweasel bereits durch Firefox ersetzt. Bei Debian 8 (Jessie) soll der Umstieg in einigen Wochen erfolgen, wenn das nächste Firefox Extended Support Release (ESR) erscheint. Einen ähnlichen Umstieg plant Debian auch für Icedove, um den Thunderbird-Klon durch das Original zu ersetzen. (thl@ct.de)

Verbesserte und neue Dell-Notebooks mit Ubuntu

Die neue Version des Ubuntu-Ultrabooks Dell XPS 13 Developer Edition enthält einen WLAN-Chip, den quelloffene Treiber ansteuern.

Dell verkauft in Nordamerika eine aktualisierte Ausführung des Ultrabooks „XPS 13 Developer Edition“ und will diese in Kürze auch in Europa anbieten. Das neue Modell setzt nach wie vor auf Ubuntu 14.04, enthält aber Core-i-Prozessoren der 6000er-Serie. Zudem steckt jetzt ein von quelloffenen Treibern unterstützter WLAN-Chip von Intel in dem Ultrabook; bei den Vorgängern und dem regulären XPS 13 sind es Broadcom-Chips, die proprietäre Treiber erfordern, die kaum eine Distribution automatisch einrichtet. Dell bietet das 13-Zoll-Notebook mit Displays an, die 1920 × 1080 (FHD) oder 3200 × 1800 (QHD+) Bildpunkte darstellen. Wie die Vorgänger zeichnet sich auch die neue XPS-13-Modellreihe durch einen sehr schmalen Bildschirmrand aus.

Darüber hinaus hat Dell das Precision 5510 angekündigt, das die Precision M3800 Developer Edition beerbt und ab sofort weltweit erhältlich ist. Letzteres gilt auch für die ebenfalls neuen Precision-Modelle 3510, 7510 und 7710. All diesen mit Xeon-Prozessoren der sechsten Generation ausgestatteten Workstation-Notebooks liegt Ubuntu 14.04 bei. Dell will dafür sorgen, dass die Notebooks auch mit 16.04 ordentlich laufen. Laut einem Dell-Mitarbeiter gibt es aber noch keinen Plan, ab wann die Geräte direkt mit der Mitte April erwarteten Ubuntu-Version ausgeliefert werden. (thl@ct.de)

Raspi 3 mit (etwas) besseren Hardware-Video-Decodern

Die OpenELEC-Version 6.03 hat Unterstützung für den Anfang März vorgestellten Raspberry Pi 3 gebracht. Bei Tests der Multimedia-Linux-Distribution auf dem neuen Kleinstcomputer zeigte sich, dass dessen Hardware-Video-Decoder doch etwas leistungsfähiger sind als die des Vorgängers. So erreicht der neue Raspi 3 bei AVC-Videos (H.264) satte 60 Vollbilder pro Sekunde in Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel). Höhere Auflösungen unterstützt auch der Videoprozessor des leistungsstärksten Raspi nicht.

Auch bei den Codecs VP8, HEVC (H.265) und VP9 gab es im Detail Verbesserungen: Während der Raspi 2 lediglich VP8 in SD-Auflösung flüssig auf den Schirm bekam, schafft es der Raspi 3, VP8, HEVC und VP9 in SD-Auflösung sowie in 720p-Auflösung (1280 × 720 Pixel) ruckelfrei abzuspielen. Bei Videos in Full-HD-Auflösung muss aber auch der Raspi 3 passen: Bei VP8 stürzte der Decoder unter OpenELEC 6.0.3 in unseren Tests ständig ab, bei HEVC gab es viele Framedrops und in Folge ruckelte das Video stark. VP9-Videos erinnerten mehr an eine Diashow als an einen Film. Die Tabelle unten zeigt die Videounterstützung des Raspberry Pi 2 und des Pi 3 im Vergleich. (mid@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Kodi-Videoperformance

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