c't 8/2016
S. 92
Kaufberatung
Der optimale Heim-Server
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Für alle Fälle

Software für den optimalen Server

Wer Cloud-Diensten misstraut, eine Heimat für die Familienfotos sucht, ein geschütztes Backup-Ziel braucht oder nur Daten auf PC und Notebook im Zugriff haben möchte, ist gut mit einem eigenen Server beraten. Wenn die Fritzbox zu dumm, der Raspi zu lahm und das Billig-NAS zu unflexibel ist, bietet sich ein x86-Server an. Der kostet nicht mehr als ein besseres NAS, ist aber viel universeller, weil man sich Betriebssystem und Software selbst aussuchen kann.

Selbstverständlich für einen Server sind Dienste, um Dateien darauf abzulegen. Dafür hat sich für alle gängigen Clients das SMB/CIFS-Protokoll durchgesetzt; selbst Macs bevorzugen es für die meisten Anwendungsfälle. Linux lernt es als Server über den Samba-Daemon. Windows-Clients- und -Server sprechen es von Haus aus. SMB-Freigaben eignen sich für gängige Backup-Software auch perfekt als Sicherungsziel.

Lediglich die Funktion Time Machine, die heutige Macs zur Datensicherung anbieten, kommt damit nicht ohne unerquickliches Gebastel aus. Wer Time Machine nutzen will, bemüht besser einen Server, der das Apple File Protocol (AFP) nebst spezieller Unterstützung für Time Machine beherrscht. Das kann Apples Time Capsule oder die Server-Erweiterung für OS X sein; ein Linux-Server benötigt mindestens Netatalk 3.

Druckdienste lassen sich ebenfalls über einen Server abwickeln, aber lohnen tut sich das nur bei besonderen Ansprüchen, etwa wenn ein störrischer GDI-Drucker im Netz für alle nutzbar sein soll. Ein geeignet konfigurierter Druckdienst auf einem Linux-Server kann so Postscript- in GDI-Befehle umwandeln und dabei sogar dank Emulation die Originaltreiber verwenden (Artikel dazu finden Sie über den c’t-Link am Ende des Artikels). Für den 0815-Fall ist ein netzwerkfähiger Drucker aber viel praktischer und mit WLAN-fähigen Mufus kein Exot mehr.

Schick ist es, die auf einem Server gelagerten Fotos, Filme und Songs nicht erst mühsam auf die Clients zu kopieren, sondern sie ihnen direkt als Mediendaten vorzuwerfen. Diesen Job erledigen Medienserver. Zwei Ausprägungen sind gefragt – je nach Client-Welt: UPnP/DLNA für Windows, Linux sowie gängige Unterhaltungselektronik und DAAP für Macs und iOS-Geräte – wobei Letzteres sich nur um Audio und Video kümmern kann und die technischen Details von Apple nie dokumentiert wurden; wer einen Alternativ-DAAP-Server betreibt, muss deshalb mit Problemen nach größeren iTunes-Updates rechnen.

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