c't 3/2017
S. 136
Know-how
LISP-Grundlagen
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Netze cleverer knüpfen

Routing mit LISP

Mit LISP kann man auf simpelste Weise ein kleines oder größeres Netz über mehrere Anschlüsse ans Internet anbinden. Das Protokoll vermag auch Standorte, die nur per IPv4 eingebunden sind, im IPv6-Internet erreichbar zu machen oder ihnen eine feste IPv4-Adresse zu vermitteln. Und das Beste: LISP gibt es nicht nur in teuren Cisco-Routern, sondern auch in Fritzboxen und bei OpenWRT.

D as Locator/ID Separation Protocol (LISP) war zwar ursprünglich fürs Internet-Routing in großen Netzen gedacht, eignet sich aber auch hervorragend für andere Zwecke. Etwas Hintergrundwissen über seine Geschichte und Funktion hilft bei der Einordnung. Praxistipps und Voraussetzungen für den Einsatz etwa zum Multihoming stehen im folgenden Artikel.

Als Alternative zum klassischen Border Gateway Protocol (BGP) sollte LISP nach den Vorstellungen seiner Erfinder das Problem der stetig wachsenden Routingtabellen lösen: Kern-Router müssen aktuell mit rund 600.000 Präfixen (Netzwerkadressblöcken) umgehen können. Je mehr die Tabelle anschwillt, desto mehr teuren Linecard-Speicher brauchen Router, damit Pakete mit möglichst geringer Verzögerung weitergeleitet werden können.

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