c't 3/2017
S. 74
Trend
Die Zukunft der Digitalisierung
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Erweiterte Intelligenz

Von Mensch-Maschine-Kommunikation, Verhaltenssteuerung und einer technisierten Gesellschaft

Eine neue Stufe der Mensch-Maschine-Interaktion steht an, die weit über die Smartphone-Revolution hinausweist. Mit der nahtlosen Integration von Mensch, intelligenter Umgebung und Arbeitswelt wachsen KI und „natürliche“ Intelligenz zu einer „Augmented Intelligence“ zusammen, die gesellschaftliche Umwälzungen mit sich bringt.

Was ist das denn?“ „Ein Smartphone.“ „Und was macht man damit?“

„Oh, früher hat man damit den Netzzugang organisiert. Und Anwendungen bedient, oder mit seiner Umgebung interagiert. Und man hat es eingesetzt, um mit Freunden, Geräten und Diensten zu kommunizieren.“

„Wie umständlich!“

Die etwas Älteren unter uns können noch die Töne pfeifen, mit denen Modems früher die Übertragungsstandards und -parameter aushandelten. Selbst eher technikaffine Menschen wissen heutzutage nicht einmal mehr, was ein Wählmodem ist … Ähnlich wird es uns mit den gegenwärtig eingesetzten Smartphones gehen. Der Boom ist vorbei, die Geräteklasse ist ausentwickelt. Smartphones sind ein Convenience-Produkt, ein Ding, das das Leben leichter macht und das nahezu jeder mit sich herumschleppt.

Die nächste Stufe

Noch ganz schön rudimentär: IBM will mit Internet der Dinge, Watson-KI und Robotern die persönliche Umgebung transformieren. IBM/Jack Plunkett/Feature Photo Service

Das Ende einer Ära ist bereits sichtbar: 10 Jahre nach dem eigentlichen Beginn der Smartphone-Revolution steht die nächste Stufe der Mensch-Maschine-Interaktion an. Eines der wichtigsten Elemente der Smartphone-Revolution war der Multitouch-Screen, der ein völlig neues, aber sofort einleuchtendes Bedienkonzept ermöglichte. In vorherigen Touchscreens konnte dies nur schwach erahnt werden; Smartphones gar mit physischer Tastatur, Cursorsteuerung und Scrollbalken zur Bedienung sowie winzigen Bildschirmen gerieten außerhalb der Techie-Welt zur Lachnummer. Apps und das Software-Ökosystem waren ebenfalls zentrale Bestandteile der Neudefinition des Smartphones, hätten aber ohne das neue Touch-Interface nicht zu einem ähnlichen Erfolg geführt.

Mittlerweile weckt die Bequemlichkeit, die mit den Smartphones einhergeht, neue Begehrlichkeiten. Es nervt, immer das Smartphone herauszukramen oder nach der Fernbedienung zu grapschen, nur weil man die Musik leiser stellen oder zur nächsten Serienfolge springen will. Es nervt, ständig auf der Suche nach dem Gerät zu sein, weil man irgendetwas nachschauen, auf irgendetwas reagieren will. Ein neues Interface muss her.

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