c't 7/2017
S. 92
Hintergrund
Ad Fraud - Anzeigenbetrug
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Goldesel der Crimeware

Wie Betrüger mit Bot-Netzen Milliarden scheffeln

Millionen von Bots klicken automatisiert auf Anzeigen – das summiert sich schnell zum Milliarden-Geschäft. Damit das tatsächlich funktioniert, gehen die Betrüger ziemlich raffiniert vor und lassen ihre Bots echte Menschen so überzeugend wie möglich imitieren.

Das Sprichwort „Verbrechen lohnt sich nicht“ mag auf Banküberfälle, Einbruch oder Erpressung zutreffen – nicht aber auf Ad Fraud. Eine vermutlich russische Cyber-Gang, die unter dem sperrigen Bezeichner AFT13 geführt wird, demonstriert das eindrucksvoll. Forscher der Sicherheits-Firma White Ops rechneten erst kürzlich vor, dass AFT13 mit ihrem Bot-Netz Methbot zwischen drei und fünf Millionen US-Dollar täglich verdient. Das ergibt rund eine Milliarde im Jahr. Insgesamt soll sich der Schaden durch Anzeigenbetrug 2016 auf mehr als 7 Milliarden US-Dollar belaufen haben.

Die Vorgehensweise der Betrüger ist im Grunde einfach: Sie erstellen Websites, die Raum für Anzeigen und Videos bieten. Anschließend bringen sie Werbetreibende dazu, Werbung auf der Site zu platzieren, und erhalten von diesen immer dann einen Cent- oder geringen Euro-Betrag, wenn der Spot oder die Anzeige gesehen wird.

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