c't 8/2017
S. 128
Hintergrund
Digitales Vermächtnis: Dienstleister

Begräbnis digital

Bestatter bieten digitale Nachlassdienste an

Schlimm genug, dass ein Angehöriger gestorben ist. Hinterbliebene müssen sich im Digitalzeitalter zudem mit seinem digitalen Erbe befassen: Online abgeschlossene Verträge, verwaiste Social-Media-Accounts, Online-Zugriffe auf Konten und Versicherungen. Bestatter versprechen hier reibungslose Abhilfe über Dienstleister.

Noch ist die Nachfrage nach dem Umgang mit dem digitalen Erbe überschaubar, sagt Marcus Nowaschewski. Er ist Mitgeschäftsführer des Bestattungsunternehmens Zirngibl, das mehrere Filialen im Münchner Umland betreibt. Hinterbliebene sprechen ihn beim Beratungsgespräch kaum darauf an – noch nicht: „Der Umgang mit dem digitalen Nachlass gehört aber inzwischen zum Angebot, das von modernen Bestattern erwartet wird. Genau wie seit jeher Kranken- und Rentenversicherung von uns benachrichtigt werden.“ Ein wenig mehr Nachfrage sieht Paul Mack-Börner, Abteilungsleiter beim Bestatter Horizont International, einer Tochterfirma der Ahorn AG: „In den letzten zwei Jahren steigt die Zahl der Anfragen nach solchen Diensten deutlich an.“

Sowohl Zirngibl als auch die Ahorn AG arbeiten – so wie gut 1500 weitere Bestatter in Deutschland und den Nachbarländern – mit dem Berliner Dienstleister Columba zusammen. Columba sieht sich selbst als „Softwarehaus und technischer Dienstleister für die Bestattungsbranche“. Man konzentriere sich ausschließlich auf die Kooperation mit Bestattungsunternehmen und wolle seine Dienste Endkunden nicht direkt bieten.

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