c't 8/2017
S. 114
Praxis
Digitales Vermächtnis: Hardware
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Sicher aufbewahren

Hardware und Medien für das persönliche Archiv

Die Langzeitarchivierung privater Daten hat wenig mit einem herkömmlichen Backup zu tun: Während ein Backup im Idealfall täglich erstellt wird und die Medien regelmäßig benutzt werden, soll das eigene Archiv viele Jahre ohne Spannungsversorgung überdauern. Das erfordert einen anderen Ansatz.

Man könnte sein persönliches digitales Archiv einfach auf einen USB-Stick speichern. Der Platz reicht völlig aus, denn nach dem kräftigen Aussortieren allen digitalen Mülls bleiben vielleicht ein paar Gigabyte Daten übrig. Fotos und Dokumente nehmen allenfalls diverse Megabyte ein; den meisten Platz benötigen Videos – und hier sind nur die interessant, die einen Bezug zur eigenen Geschichte haben. Doch ähnlich wie SSDs halten USB-Sticks ihre Daten ohne Spannungsversorgung nur wenige Jahre. Für übliche Consumer-SSDs fordert die Standardisierungsorganisation JEDEC eine Zeit von einem Jahr [1] – aufgrund der gleichen Technik kann man von USB-Sticks keine längere Zeit erwarten.

Also muss ein anderes Medium her. Praktisch wäre es, wenn dies beschreibbar ist, etwa um neue Dokumente hinzuzufügen. Es spricht übrigens nichts dagegen, einen Teil der eigenen Geschichte auch auf Papier festzuhalten – schreibt man mit einer nicht-eisenhaltigen Tinte auf säurefreiem Papier, dürfte dies auch in einigen Hundert Jahren noch lesbar sein. Dort könnte man auch das Passwort für verschlüsselt gespeicherte Dokumente notieren – auch wenn Experten von der Verschlüsselung solcher Daten eigentlich abraten.

Überprüfen und erneuern

Professionelle Archivare, also etwa in Bibliotheken, begegnen dem Problem mit der redundanten Speicherung der Informationen, verbunden mit einer jährlichen Überprüfung der Daten und der Migration auf einen aktuellen Datenträger im Zeitraum von fünf bis zehn Jahren – also einem massiven Einsatz von Hardware und Manpower. Für das persönliche Archiv ist dieser Aufwand nicht realisierbar. Zudem: Gibt man sein persönliches Archiv bereits zu Lebzeiten aus der Hand, müssten die Beschenkten sich um die Pflege kümmern – und darauf sollte man sich nicht verlassen. Besser sorgt man selbst dafür, dass die Daten lange überdauern.

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