c't 8/2017
S. 28
Trend
Mikrodisplays

Kleines Display ganz groß

Mikrodisplays für AR und VR

Mikrodisplays arbeiten meist im Verborgenen: Sie stecken in Brillen für die virtuelle und erweiterte Realität und sorgen dort fürs große Bild.

Mikrodisplays gibt es in Fingernagel-kleiner und Sonderbriefmarken-großer Ausführung, in LCD- und OLED-Technik, mit geringer und mit hoher Auflösung. Wann welche Ausprägungen wichtig sind und wie sich die Strukturen weiter verfeinern lassen, etwa für 4K-Displays oder smarte Kontaktlinsen, diskutierten Entwickler auf dem Treffen der Society for Information Display (SID) in Dresden.

Hong K. Choi von Kopin forderte die Anwesenden auf, zu Beginn einer Entwicklung genau festzulegen, an wen sich das zukünftige Produkt richtet. Davon hänge ab, welche Kriterien bei der Entwicklung im Vordergrund stehen müssen: Ein Consumer-Produkt müsse sich vor allem komfortabel tragen lassen und gut aussehen, während beispielsweise ein AR-Display fürs Militär auf Performance getrimmt werden müsse. Der Preis stünde hier anders als beim Consumer-Produkt erst an letzter Stelle. So schlage eine AR-Brille fürs Militär schon mal mit 400.000 US-Dollar zu Buche, während eine AR-Brille für den Privatanwender nur einen Bruchteil davon kosten dürfe. Hier hätten Microsoft mit der Hololens und Google mit der Glass zu viel auf einmal gewollt – und seien dann an den geschürten Erwartungen gescheitert.

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Kleines Display ganz groß (2 Bilder)

Felix Fries entwickelte an der TU Dresden ein Verfahren, mit dem sich die Richtung der Lichtstrahlen von OLED-Systemen digital steuern lässt. Das spart passive Konstruktionen wie Privacy-Filter vor Notebooks oder Reflektoren an Lampen.