c't 9/2017
S. 110
Hintergrund
Industrie 4.0: Cobots
Aufmacherbild

Hand in Hand

Kollaborative Roboter als Arbeitskollegen

Roboter sollen raus aus dem Käfig, die Schutzzäune überwinden und künftig Seite an Seite mit ihren menschlichen Kollegen arbeiten. Das ist die Idee hinter den sogenannten Cobots, die vielfältig einsetzbar sind – von der Kleinteilmontage in der Elektronikindustrie bis zum Karosseriebau in der Automobilproduktion.

Mehr als 1,7 Millionen Roboter waren 2016 weltweit im industriellen Umfeld im Einsatz – Tendenz stark steigend. Was auch an den immer häufiger anzutreffenden „Collaborative Robots“ (kurz: Cobots) liegt. Dabei handelt es sich nicht um klassische Industrieroboter: Diese stählernen Monster, die ganze Autokarosserien durch die Luft wirbeln, werden Arbeiten vorerst weiterhin abgeschirmt vom Menschen in Sicherheitszonen verrichten.

Cobots hingegen, die ihren Kollegen aus Fleisch und Blut direkt zur Hand gehen, sind von vornherein deutlich leichter konstruiert, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Ihr Eigengewicht liegt in der Regel zwischen 10 und 30 Kilogramm – wobei aber auch große Abweichungen nach oben und unten möglich sind.

Der Roboterarm CR-35iA des japanischen Herstellers Fanuc markiert mit 990 Kilogramm das obere Ende der Cobot-Gewichtsklassen. Er ist mit einer maximalen Traglast von 35 kg auch der derzeit stärkste kollaborative Roboter und wird beispielsweise genutzt, um in der Fahrzeugmontage ganze Autotüren zu packen und millimetergenau an der richtigen Stelle zu positionieren.

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