c't 1/2017
S. 126
Hintergrund
Arbeitsbedingungen

Skandale garantiert

Elektronik-Konzerne: nur halbherziges Engagement für bessere Arbeitsbedingungen

Seit zwölf Jahren soll der Verhaltenskodex der „Electronics Industry Citizenship Coalition“ gute Arbeitsbedingungen in der IT-Fertigung garantieren. Doch die Skandale reißen nicht ab – denn die meisten EICC-Mitglieder nutzen den Kodex nur als Feigenblatt.

Ende November warf der Guardian Samsung und Panasonic vor, von einer modernen Form der Zwangsarbeit zu profitieren: Dem Bericht zufolge werben Vermittler in Nepal Arbeiter für malaysische Auftragsfertiger der beiden Konzerne an. Die Nepalesen würden mit der Aussicht auf hohe Löhne dazu gebracht, sich zu verschulden, um das geforderte Rekrutierungsentgelt zu zahlen.

In den Fabriken würden sie jedoch weniger verdienen als versprochen – so wenig, dass sie trotz 14-Stunden-Schichten mehrere Jahre brauchen, um das Geld zurückzuzahlen. Nach Hause zurückkehren könnten sie auch nicht, weil die Arbeitsvermittler ihre Pässe als Pfand einzögen. Samsung und Panasonic versprachen daraufhin, die Arbeitsvermittler zu prüfen und Missstände abzustellen.

Kommentieren