c't 1/2017
S. 128
Kinderleicht
Bilder aus Code und Algorithmen
Aufmacherbild
Bild: Oliver Kilian

Code-Künstler

Aus Programm-Code Bilder zaubern

Künstlerisches Schaffen hat auf den ersten Blick nicht viel mit der Logik von Algorithmen und Code zu tun. Doch die Kunst auf Knopfdruck gibt es schon längst und man kann sie ganz leicht ausprobieren. Mit kostenlosen Programmen werden Sie selbst zum Code-Künstler – auch ohne Programmierkenntnisse.

Rembrandt van Rijn ist seit mehr als 340 Jahren tot. Dennoch wurde in diesem Jahr ein völlig neues Bild des niederländischen Künstlers vorgestellt. Mithilfe des Computers und eines 3D-Druckers erstellten Kunsthistoriker und Programmier-Experten ein Gemälde aus der Retorte, nach dem unverkennbaren Stil des Meisters. Zunächst sammelten Forscher Rohdaten aus diversen, bereits bekannten Porträtbildern von Rembrandt. Danach analysierte das Team die Technik des Meisters, bis die Forscher nach und nach das mathematische Abbild des persönlichen Stils der Barock-Ikone im Kasten hatten. Die Fertigkeiten wurden im nächsten Schritt einem Computer in Form von Programmcode „beigebracht“. Dieser trug im letzten Schritt mittels eines 3D-Druckers Schichten von Ölfarbe auf eine Leinwand auf. Das Ergebnis überzeugte: Das Bild sieht tatsächlich aus, als ob Rembrandt persönlich den Pinsel geschwungen hätte.

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Im Grunde ist das Gemälde eine moderne Fälschung, die aus komplexen Datensätzen entstand – also Code Art. Davon gibt es viele Formen, die unterschiedliche Vorkenntnisse voraussetzen. Einige kann man komplett ohne Programmierkenntnisse ausprobieren. Andere sprechen eine eigene Programmiersprache, die man für richtig gute Ergebnisse erst erlernen muss. Bei allen Formen steht vor allem das Experimentieren im Vordergrund. Denn selten wird ein Bild so, wie man es sich vorher vorgestellt hat.

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