c't 1/2017
S. 118
Test
Videoschnittsoftware

Schnittbrüder

Zwei Videobearbeitungsprogramme von Magix: Video Pro X 8 versus Vegas Pro 14

Nach der Übernahme von Sony Vegas bietet Magix nun zwei Programme an, die aus der Videoschnitt-Ober- bis Profiliga stammen. Beide werben um eine möglichst breite Anwendergruppe.

Bekannt ist das Berliner Software-Unternehmen Magix vor allem durch Video deluxe. Das Schnittprogramm stellt auch engagierte Videoamateure zufrieden, aber ihm fehlen diverse Profi-Werkzeuge. Die stellt erst Video Pro X zur Verfügung; das Programm sollte damit auch professionelle Cutter überzeugen. Doch das glückte nie so ganz, denn im Profi-Segment gaben und geben andere Schwergewichte wie Adobe Premiere Pro CC und Grass Valley Edius 8 Pro den Ton an – oder (zumindest in den USA) Vegas Pro. Letzteres segelte seit einigen Jahren unter Sonys Flagge; doch in die Profi-Produktpalette integriert war das Schnittprogramm hierzulande nie. Im Mai 2016 kaufte Magix die Vegas-Software von Sony, offenbar um das eigene Portfolio nach oben abzurunden und gleichzeitig die Marktpräsenz in den USA zu steigern.

Wir haben beide Programme direkt gegenübergestellt: mit Videoclips der wichtigsten Formate, von AVCHD über AVI bis zu MPEG, MKV und MOV. Dazu befüllten wir die Timeline respektive das Storyboard mit vielen verschiedenen Dateien in den wichtigen Formaten – also auch Profi-Formaten von Sony oder Panasonic, die sehr hohe Datenraten erlauben. Dadurch zeigte sich, wie stabil die Software auch unter komplexer Last funktioniert. Da es beim Videoschnitt auf ein intuitives und nachvollziehbares Bedienkonzept ankommt, beurteilten wir die Anwenderführung – und ob die Software stets anstandslos reagiert. Beim Leistungstest ging es darum, eine Videodatei bildschirmfüllend und weitere Videospuren als Bild-in-Bild wiederzugeben. Die so ermittelte Echtzeitleistung gibt an, wie viele Spuren die Software in dieser Art ruckelfrei wiedergeben kann – je mehr, desto besser. Am Ende des Leistungstests wird eine Video-Testdatei mit reduzierter Deckkraft ausgegeben; dabei muss die Software das komplette Bild berechnen. Für die Tests nutzten wir ein System mit Windows 10 (64 Bit), Intel Core i7 (3,5 GHz) und 16 GByte DDR4-RAM. Die Grafikkarte – eine Nvidia Geforce GTX 970 – war mit 4 GByte GDDR5-RAM ausgestattet.

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