c't 1/2017
S. 52
Kurztest
Internet-Radio

Netzwerk-Radio

Silvercrests Internetradio SIRD 14 C2 markiert die zweite Generation von Mehrraumkomponenten, die Lidl ins Rennen schickt.

Aufmacherbild

Das Silvercrest SIRD 14 C2 ist ein recht unscheinbares Internetradio, das in einem mit rauem Kunststoff folierten Holzgehäuse steckt. Zwei Click-Wheels, ein paar Tasten und ein kleines Display (320 × 240 Bildpunkte) ermöglichen eine einfache Bedienung direkt am Gerät. Mit im Karton liegt eine stabile IR-Fernbedienung, mit der man das Radio auch vom Sofa aus bedient. Auf ihr findet man unter anderem neun Stationstasten, mit denen man für jede Wiedergabequelle Favoriten festlegen und abrufen kann.

Das Radio verbindet man über Ethernet oder WLAN mit dem Netz, per Funk lässt es sich auch im 5-GHz-Band nutzen. Darüber hinaus empfängt man klassische Broadcasts via UKW oder DAB+ – eine Aufzeichnungsfunktion für Digitalradio bietet das SIRD 14 C2 nicht.

Die Ersteinrichtung ist schnell erledigt, nur beim Eingeben von Login-Informationen oder Passwörtern ist wegen der umständlichen Dreh-Drück-Auswahl viel Geduld nötig. Immerhin: Die Anmeldeinformationen merkt sich das Radio auch dann, wenn es vom Netz getrennt ist.

Zurzeit lassen sich die Musikdienste Deezer, Tidal und Quobuz direkt einbinden, Spotify wird über den proprietären Streaming-Standard Spotify Connect unterstützt. Mit einem entsprechenden Tidal-Account könnte das Radio auch Streaming-Musik in CD-Qualität wiedergeben.

Über die Undok-App von Frontier Silicon lässt sich das Lidl-Radio auch vom Smartphone aus steuern.

Die Klangqualität ist ordentlich, solange man höchstens bei mittlerer Lautstärke hört. Die zwei seitlich abstrahlenden Breitbandlautsprecher sorgen für ein gutes Stereobild. Weiter aufdrehen sollte man nicht, da das System mit 2 × 7 Watt RMS bei höherer Lautstärke keinen sauberen Klang mehr liefert – da ändern auch die Klangeinstellungen (Bass/Höhen/Loudness) nichts.

Tabelle
Tabelle: Silvercrest SIRD 14 C2

Das Radio spielt auch Musik von USB-Sticks oder übers Netz. Im Test kam es nur mit FAT32-formatierten Sticks zurecht. Im LAN nutzt es den gebräuchlichen UPnP-AV-Standard und bietet sich als Abspielstation an. Neben MP3-, WMA- und AAC-Dateien spielt es auch verlustfrei komprimierte Musik im FLAC- oder Apple-lossless-Format, ist allerdings nicht HiRes-fähig.

Das Radio soll nach Herstellerangaben auch mehrraumfähig sein – es nutzt Multiroom-Technik von Frontier Silicon und lässt sich über die Undok-App des Herstellers steuern. Dabei fehlt nach wie vor eine Abspielmöglichkeit von Audiomaterial, das sich direkt auf dem Mobilgerät befindet.

Das Silvercrest SIRD 14 C2 ist ein guter Ersatz für das alte Küchenradio, lediglich ein paar Stationstasten fehlen am Gerät. Die Zahl der unterstützten Musikdienste ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich. Bleibt abzuwarten, ob das Radio mit künftiger Streaming-Technik aus dem Hause Lidl kompatibel ist. (sha@ct.de)

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