c't 10/2017
S. 148
Recht
Signaturbestimmungen
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Der digitale Federkiel

Potenzial der eIDAS-Verordnung wird unterschätzt

Lange haben Unternehmen sich einen praxisfreundlichen Standard für elektronische Unterschriften bei der digitalen Kommunikation gewünscht. Eine alltagstaugliche Grundlage dafür schuf der europäische Gesetzgeber endlich im Sommer 2016. Allerdings haben bislang erst wenige Betreiber netzgestützter Geschäfte die dadurch möglichen Erleichterungen wahrgenommen.

Ein Rechtsgeschäft tätigen – das klingt kompliziert und umständlich, nach amtlichen Erfordernissen und allerlei juristischem Unwetter. Dabei tut etwa derjenige, der morgens beim Bäcker ein paar Brötchen fürs Frühstück kauft, nichts anderes. Kunde und Bäcker schließen einen Kaufvertrag miteinander – aber nicht mit Tinte auf Papier, sondern nur mit freundlichen Worten.

Auch wenn ein Fahrgast in die U-Bahn einsteigt, schließt er einen Vertrag – nämlich über seine Beförderung mit diesem Verkehrsmittel. In diesem Fall kommt man sogar ohne Worte aus.

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