c't 11/2017
S. 120
Test
PC-Netzteile
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Volt-Wandler

Effiziente ATX-Netzteile für Allround-PCs

Für einen modernen Desktop-PC mit starker CPU und kräftiger Grafikkarte genügt oft ein 400-Watt-Netzteil: Es bringt die nötigen Kabel und Leistungsreserven für die GPU mit, ist aber billiger und bei schwacher Last oft auch effizienter als stärkere Netzteile.

Außen pfui, innen hui: Das unscheinbare ATX-Netzteil spielt eine wichtige Rolle im Desktop-PC. Es muss mehrere Gleichspannungen präzise und stabil bereitstellen und dabei in Sekundenbruchteilen extreme Lastwechsel von Prozessor und Grafikkarte abfedern. Gleichzeitig soll das Netzteil stets leise bleiben, effizient wandeln und wenig kosten – dann bleibt mehr Geld für CPU, RAM, SSD und GPU.

Tabelle
Tabelle: ATX-Netzteile mit 400 Watt: Verluste

Für viele PCs – auch welche mit kräftigeren Grafikkarten und Octo-Core-Prozessoren – genügen 400-Watt-Netzteile zu Preisen um 50 Euro. Wir haben vier davon sowie ein 300-Watt-Modell ausgewählt, davon einige mit modernster Technik wie DC-DC-Wandlern für die 5- und 3,3-Volt-Schienen und Multi-Rail-Aufteilung der 12-Volt-Schienen. Wie solche Spezialitäten funktionieren und welche Vorteile sie versprechen, erklärt der nachstehende FAQ-Artikel ab Seite 124.

Unter der Marke Be quiet! verkauft die Firma Listan verschiedene Netzteil-Serien, darunter jene namens Pure Power, die ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten soll. Ganz neu ist die Familie Pure Power 10. Daraus haben wir Versionen mit 300 und 400 Watt ausgewählt – auch um den alten Ratschlag zu prüfen, laut dem ein möglichst knapp dimensioniertes Netzteil bei schwacher Last effizienter arbeitet.

Schon länger auf dem Markt ist das Corsair Vengeance 400, das genau wie das gleich teure Pure Power 10 400W mit DC-DC-Wandlung und Multi-Rail-Begrenzung arbeitet. Das Corsair-Gerät hat die längere Garantie, jenes von Be quiet! die bessere Einstufung im Wirkungsgrad: 80 Plus Silber statt Bronze. Etwas billigere Alternativen mit älterer und einfacherer Technik sind Cougar VTX400 und Enermax Maxpro 400W. Wir wollten wissen, ob sie noch mithalten können.

Effizienz

Alle Testkandidaten tragen 80-Plus-Logos (siehe FAQ) und übertreffen in der Praxis die 80-Plus-Anforderungen. Das ist aber nur für Rechner relevant, die auch mal längere Zeit unter Dampf stehen – etwa Gaming-PCs: 20 Prozent der Nennlast sind nämlich selbst beim 300-Watt-Netzteil schon 60 Watt. Moderne ATX-Systeme mit Prozessorgrafik benötigen im Leerlauf kaum mehr als 15 Watt, unsere PC-Bauvorschläge noch weniger.

Wir vergleichen die Netzteile im Test deshalb auch bei lediglich 10 Watt und 30 Watt Belastung, also weit unterhalb der 80-Plus-Vorgaben. Hier unterscheiden sich die Netzteile deutlicher als beispielsweise im 50-Prozent-Lastpunkt. Für eine Schwachlast-Effizienz haben wir die Note „gut“ vergeben, wenn sie im 10-Watt-Messpunkt wenigstens 60 Prozent beträgt. Die Benotung ab 20 Prozent Last war „gut“ ab 85 Prozent Wirkungsgrad.

Im Standby-Modus bootet der PC auf Tastendruck oder fährt aus dem Standby-Modus „Energie sparen“ hoch, nuckelt dabei aber kontinuierlich an der 5-Volt-Standby-Leitung des Netzteils. Bei den Standby-Messungen zogen wir die Grenze zum „gut“ bei 70 Prozent Wirkungsgrad, also bei höchstens 30 Prozent Verlust.

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