c't 11/2017
S. 62
Kurztest
Fire TV

Feuerstock II

Amazon verkauft seinen HDMI-Stick der zweiten Generation nun auch in Deutschland – Alexa ist auch mit an Bord.

Aufmacherbild

Der Fire-TV-Stick der zweiten Generation ist von seinem Vorgänger gut zu unterscheiden: Das Gehäuse ist deutlich angewachsen und geht mit 8,6 Zentimeter Länge und 3 Zentimeter Breite bei einer Dicke von 12,6 Millimeter an die Grenzen dessen, was man noch als Stick durchgehen lässt. Dank der mitgelieferten HDMI-Verlängerung kann man ihn aber nach wie vor dezent hinter dem TV platzieren. Für 40 Euro liegen ein passendes Netzteil und die vom großen Fire TV bekannte Fernbedienung mit Mikrofon ebenfalls mit im Paket.

Der eigentliche Clou des neuen Fire TV Stick ist Amazons ab Werk integrierte Sprachassistentin Alexa. Mit der Mikrofon-Taste der Fernbedienung startet man die Spracheingabe, ein zusätzliches Aktivierungswort ist nicht nötig.

Nach wie vor listet der Fire TV Stick passende Filme und Serien lediglich auf, während er Musikstücke sofort abspielen kann. Gibt es einen Titel in beiden Bereichen – wie „Forever Young“ – gibt Amazon der Videosuche den Vorzug und führt den Musiktitel erst nach einem weiteren Klick auf. Was Alexa auf dem Stick im Vergleich zu den Echos kann – oder auch nicht kann –, scheint oft recht willkürlich: Sie ruft die tägliche Zusammenfassung von Tagesschau & Co. auf, gibt Wetterinfos oder nennt die aktuellen Verkehrsbedingungen. Sie kann den bei Amazon verknüpften Kalender zwar vorlesen, aber keine neuen Einträge setzen und auch die Timer-/Weckerfunktion ist nicht nutzbar. An ein paar Stellen bekommt man zur Sprachausgabe ein schickes Bild aufs TV geliefert, etwa wenn der Stick zum aktuellen Wetter auch die Vorhersage für die nächsten Tage auf dem Fernseher einblendet.

Etwas irritierend ist, dass man den Fire TV Stick trotz seiner Videoausgabe weiterhin über die Alexa-App auf einem Smartphone beziehungsweise am Rechner über den Webbrowser konfigurieren muss. Der Menüpunkt „Alexa“ existiert zwar, verweist allerdings nur auf die Alexa App. Ohne PC oder Smart Device lässt sich die Sprachfunktion nicht anpassen.

Als Prozessor kommt nun eine auf bis zu 2 GHz getaktete Quadcore-CPU (MediaTek 8173C) zum Einsatz, der Arbeitsspeicher von 1 GByte und 8 GByte RAM zur Seite stehen. Das neue Modell ist spürbar flotter als der Vorgänger. An die große TV-Box Fire TV mit Quadcore-CPU und 2 GByte Arbeitsspeicher kommt der neue Stick allerdings nicht ganz heran. Ultrahochaufgelöste Videos oder „High Performance Gaming“ bleiben letzterer vorbehalten: Beim Fire TV Stick 2 ist weiterhin Full-HD das Höchste der Gefühle, die Spieleleistung stuft Amazon selbst mit „für Casual Gaming und mehr“ ein. Die Box hat zusätzlich einen Ethernet-Port sowie einen Micro-SD-Slot, hinsichtlich der Funkstandards herrscht wieder Gleichstand: Beide unterstützen 802.11ac (MIMO).

Wer bereits ein Fire TV oder einen Fire TV Stick besitzt und sich lediglich die Einbindung der Sprachassistentin wünscht, muss sich den neuen Stick nicht extra anschaffen. Die „Alexa-Firmware“ 5.4.2.1 soll nach und nach auch für die bisherigen Modelle kostenlos bereitstehen; zusätzlich braucht man dann die Sprachfernbedienung. Doch bevor man diese für 25 Euro separat nachkauft, wird man für 15 Euro mehr auch gleich den flotteren Stick mitnehmen. (sha@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Fire TV Stick

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