c't 11/2017
S. 70
Vorsicht, Kunde
Garantie
Aufmacherbild
Bild: Rudolf A. Blaha

Aufgerieben

Samsung und Telekom haben keinen direkten Draht, um Servicefälle ihrer Kunden zu lösen

Wenn ein teures Gadget wie eine Smartwatch nur gerade ein Jahr durchhält, ist das ärgerlich. Wer sich dann bei Herstellern und Anbietern von Weltruf dank umfassender Garantien in Sicherheit wiegt, der riskiert eine Enttäuschung.

Die Smartwatch Gear Fit lasse den Träger dank gebogenem Super-AMOLED-Touchscreen auch bei anstrengendsten Übungen noch cool aussehen, verspricht ihr Hersteller Samsung in der Werbung. So eine Fitness-Uhr wollte auch c’t-Leser Daniel G. und bestellte sie sich Ende November 2015 im Online-Shop der Deutschen Telekom für knapp 70 Euro. Kaum ein Jahr später zeigte die Uhr schon deutliche Ausfallserscheinungen: Die Akkuladeanzeige funktioniere nicht mehr zuverlässig und nach einer Flugreise habe der seitliche Knopf der Uhr mehrmals über Tage nicht reagiert, schilderte Daniel G. der c’t-Redaktion die Probleme mit seiner Gear Fit.

Anfang März wandte sich Daniel G. deshalb telefonisch an den Telekom-Support. Der verwies den Kunden an den Support des Herstellers Samsung. Auf dessen Geheiß sandte Daniel G. die Gear Fit auf eigene Kosten an die Samsung-Vertragswerkstatt LetMeRepair im brandenburgischen Kleinmachnow. Diese sandte ihm die Uhr jedoch bereits nach einer knappen Woche unrepariert wieder zurück. In dem beiliegenden Schreiben bedauerte Samsung, dass derzeit keine Ersatzteile für die Gear Fit geliefert werden könnten und eine Reparatur deshalb nicht möglich sei. Um dem Kunden „im Rahmen unserer Möglichkeiten einen adäquaten Ersatz anzubieten“, bat die Samsung-Werkstatt den Kunden, sich mit diesem Schreiben und seinem Kaufbeleg an seinen Händler zu wenden, also die Deutsche Telekom. Diese könne damit eine Rückabwicklung durchführen. Einfach gesagt: Der Kunde sollte sein Geld für die Uhr von der Telekom zurückbekommen.

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