c't 11/2017
S. 46
News
Linux

Emulator-Distro Lakka 2.0 freigegeben

Version 2.0 der Retro-Gaming-Distribution Lakka verwendet RetroArch 1.5.0 als Frontend für Emulatoren und unterstützt mehr Hardware als bisher. Fast alle Emulatoren der verwendeten libretro sollen aktiviert sein. Bisher waren einige davon auf bestimmten Plattformen nicht nutzbar. Eine Möglichkeit, Emulatoren nachträglich zu aktivieren, wie das etwa bei RetroPie vorgesehen ist, bietet Lakka nicht. Alle Emulatoren-Cores wurden aktualisiert, zehn weitere sind hinzugekommen. Darunter zwei C64-Emulatoren (VICE und Frodo), zwei für den Amiga (UAE4ARM und PUAE) sowie EasyRPG für die Emulation von RPG Maker 2000 und 2003. Mit PocketCDG kommt ein Karaoke-Player dazu.

Frühere Lakka-Versionen nutzten als Software-Basis die Multimedia-Distribution OpenELEC. Da deren Entwicklung zwischenzeitlich eingeschlafen war, tauschte das Lakka-Team diese im aktuellen Release gegen den Fork LibreELEC aus.

Insgesamt acht neue Hardware-Plattformen unterstützt Lakka 2.0 und läuft damit auf insgesamt 22 Systemen – hauptsächlich auf Single-Board-Computern wie dem Raspberry Pi, aber auch auf PCs. Die Controller-Unterstützung wurde ebenfalls verbessert: So sollen sowohl der Controller der Xbox One S, der Nvidia-Shield-Controller und der Controller der gescheiterten Ouya-Konsole funktionieren.

Wer die letzte stabile Fassung von Lakka verwendet, muss komplett neu installieren: Das automatische Update funktioniert nur bei den Release Candidates von Version 2.0. (mls@ct.de)

TeamViewer-Host

TeamViewer hat die Host-Version seiner Fernwartungssoftware nun auch für Linux veröffentlicht. Die schon seit längerem für Windows, macOS und Android verfügbare Software gab es bislang nur als Vorschau-Version für den Raspberry Pi. Der TeamViewer-Host lässt nur die Fernsteuerung zu und kommt ohne grafische Oberfläche aus.

Offiziell unterstützt TeamViewer die Linux-Distributionen Debian, Ubuntu sowie Raspbian und stellt nur DEB-Dateien für 32- und 64-Bit-x86-Systeme bereit. Die Einrichtung des Hosts kann auch auf der Kommandozeile erfolgen. Der TeamViewer-Host verzichtet erstmals auf Wine als Emulationsschicht, läuft also nativ unter Linux. Die Verwendung von Wine wurde häufig kritisiert. Die Nutzung des Hosts ist auch ohne Account beim Hersteller möglich. (mls@ct.de)

Grsecurity-Patches nur noch für Kunden

Die Firma hinter dem Grsecurity-Projekt veröffentlicht nicht länger ihre Kernel-Anpassungen. Künftig sollen nur noch zahlende Kunden Zugriff auf die Patches des Projekts erhalten. Diese erweitern den Linux-Kernel um eine Reihe von Sicherheitsfunktionen, die Angreifern ein Ausnutzen von Sicherheitslücken in Kernel und Anwendungsprogrammen erschweren.

Endanwender, Firmen und Distributionen müssen sich daher nach Alternativen umsehen, wenn sie sich bislang auf die öffentlichen Grsecurity-Patches verlassen haben. Noch ist allerdings unklar, welche es geben wird. So könnten interessierte Entwickler die letzten veröffentlichten Patches unter anderem Namen weiter pflegen, damit diese auch mit künftigen Kernel-Versionen kombinierbar sind.

Möglicherweise gelangen auch neuere Versionen der Grsecurity-Patches an die Öffentlichkeit: Eine Veröffentlichung können die Grsecurity-Macher an sich nicht untersagen, denn das widerspräche der Lizenz des Linux-Kernels. Vermutlich dürfte der Vertrag mit den Grsecurity-Kunden aber eine Klausel enthalten, die in solch einem Fall zu einer Vertragsstrafe oder vorzeitigem Vertragsende führt.

Auf die Entwicklung des offiziellen Kernels dürfte der Schritt vorerst keine größeren Auswirkungen haben. Dessen Programmierer haben in letzter Zeit einzelne Grsecurity-Funktionen in überarbeiteter Form in den Kernel integriert; diese Arbeit kann mit den zuletzt veröffentlichten Grsecurity-Patches fortgesetzt werden. (thl@ct.de)

Kommentieren