c't 11/2017
S. 36
News
Server & Storage

TLC-Flash in Intels Server-SSDs

Bis zu 4 TByte ausdauernden Speicher bieten die neuen Server-SSDs von Intel.

Die neuen Server-SSDs DC P4500 und DC P4600 von Intel nutzen 3D-Flash-Speicher aus Intels Gemeinschaftsproduktion mit Micron (IMFT). Erstmals setzt Intel bei einer Server-SSD auf Flash in TLC-Bauweise mit 3 Bit Speicherkapazität pro Zelle, bisher kam hier deutlich robusteres MLC-Flash (2 Bit) zum Einsatz.

Beide SSDs sind als Einsteckkarte im PCIe-Format sowie als U.2-SSD im 2,5-Zoll-Gehäuse erhältlich und werden über PCIe 3.0 mit vier Lanes und NVMe 1.2 angebunden. Intel sieht vor allem Cloud-Storage als Einsatzbereich.

Tabelle
Tabelle: Intel Server-SSDs

Die Kapazitäten der beiden Modelle rangieren zwischen 1 und 4 TByte. Die Unterschiede liegen vor allem in der Endurance: Während die DC P4600 bei sequenziellen Zugriffen im Rahmen der fünfjährigen Garantiefrist bis zu 29,2 Petabyte verträgt, ist bei der DC P4500 bereits bei 19,8 Petabyte Schluss. Wichtiger ist die Endurance bei zufälligen Zugriffen, hier liegen die Werte bei beiden Familien niedriger. Die DC P4600 ist für deutlich mehr Schreibvorgänge ausgelegt, ihre Endurance liegt um den Faktor fünf höher. Die DC P4500 ist daher eher für Aufgaben mit stärkerer Lesebelastung geeignet.

Wie bei Server-SSDs üblich, bieten die Datacenter-Modelle einen Schutz gegen unerwartete Stromausfälle. Die Häufigkeit nicht korrigierbarer Fehler gibt Intel mit 1 pro 1017 gelesener Bits an. Bei beiden SSDs kommt ein neu entwickelter Controller zum Einsatz. Preise und Liefertermine hat Intel noch nicht genannt. (ll@ct.de)

Verwirrung um Extra-Runde für FreeNAS

FreeNAS bekommt ein bunteres Web-GUI. In Version 11 steckt derzeit eine Preview, die Nutzer des eingestampften Corral als Rückschritt empfinden.

Das von iXsystems entwickelte und auf FreeBSD aufbauende Netzwerkspeicher-Betriebssystem FreeNAS hat einige verwirrende Wochen hinter sich: Am 15. März erschien der designierte Nachfolger der 9er-Entwicklungsserie als FreeNAS 10 respektive Corral. Mitte April wurde diese Version nachträglich zu einer Technologievorschau erklärt, der verantwortliche Entwickler hatte das Unternehmen plötzlich verlassen. Die Neuerungen, die das geschasste Corral auszeichneten, fließen nun Stück für Stück in die Weiterentwicklung der bisherigen 9.x-Version ein und sollen als FreeNAS 11 reüssieren.

FreeNAS stellt eine solide Basis für NAS-Systeme mit gehobenen Ansprüchen dar, die Web-Oberfläche aber hat bisher einen eher spröden Charme. Unter anderem dort setzte Corral an: eine neue Oberfläche, die auf einem modernen Web-Framework aufbaut, eine dazu passende Umgebung für die Administration auf der Kommandozeile sowie neue Funktionen für die Virtualisierung mit VMs und Docker.

Die Version 11 wird mit einer Vorschau auf eine neue Web-Oberfläche erscheinen – die entsteht jetzt auf Basis von Angular, die technischen Ansätze in Corral ließen die Entwickler fallen. Die meisten Neuerungen finden sich vorerst noch in der klassischen Oberfläche, etwa zur Verwaltung von VMs (auf Basis des FreeBSD-Hypervisors „bhyve“). Docker und Funktionen für die Administration per Kommandozeile sind für eine spätere Version vorgesehen.

Unglücklich trifft die Rolle rückwärts diejenigen, die bereits auf Corral umgestiegen sind, denn ein Downgrade auf die alte Fassung ist scheinbar nicht in allen Fällen möglich. Ein Problem scheinen verschlüsselte ZFS-Volumes zu sein. Da FreeNAS grundsätzlich ein eigenes Systemlaufwerk verwendet, sollte ein Reimport der ZFS-Datenbestände in eine frische Installation der alten Fassung normalerweise gelingen. Einen speziellen Migrationspfad von Corral auf das kommende FreeNAS 11 soll es nicht geben. (ps@ct.de)

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