c't 11/2017
S. 32
News
Hardware

Mehr Geräte mit Netflix in 4K

Bei Mini-PCs wie dem Asrock Beebox-S 7200U klappte die 4K-Wiedergabe mit Netflix bisher nur wegen eines Zusatzchips.

Damit Desktop-PCs und Notebooks Netflix-Inhalte in Ultra-HD-Auflösung abspielen, müssen sie bestimmte Hardware-Anforderungen erfüllen. Dazu zählt unter anderem eine Grafikeinheit, die das Kopierschutzverfahren HDCP 2.2 unterstützt. Einigen der ersten Kaby-Lake-Prozessoren für Mobilrechner fehlt diese Funktion bei der Wiedergabe über HDMI im Unterschied zu den später vorgestellten Desktop-Varianten. Lediglich über DisplayPort klappt die Wiedergabe mit HDCP 2.2. Intel hat nun bekannt gegeben, dass die betroffenen CPUs Core i3-7100U, i5-7200U, i5-7Y54, i7-7500U, i7-7Y75 und m3-7Y30 ab sofort mit aktiviertem HDCP 2.2 an die PC-Hersteller ausgeliefert werden.

Allerdings kann man Mini-PCs und Notebooks nicht von außen ansehen, ob bereits die neuere Prozessorvariante eingelötet ist. Zudem haben einige Hersteller Level-Shifter-Converter-Chips (LSPCON) verbaut, die HDCP 2.2 über HDMI 1.4 und HDMI 2.0 ermöglichen, selbst wenn der Prozessor noch aus älteren Chargen stammen. Dabei wandeln die Chips das DisplayPort-Signal in HDMI um.

Moderne Grafikkarten der Serien GeForce 1000 sowie Radeon RX 400 und 500 können zwar ebenfalls HDCP 2.2, allerdings fehlte ihnen bislang die notwendige Treiberzertifizierung durch Netflix. Nvidia hat für die GeForce-1000-Grafikkarten über das Windows-Insider-Programm den Grafiktreiber 381.74 verteilt, der 4K-Inhalte von Netflix abspielen kann. Das klappt entweder über die Netflix-App aus dem Windows Store oder den Edge-Browser von Microsoft. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Die Grafikkarte muss mit mindestens 3 GByte Videospeicher ausgestattet sein, sonst gibt es wie auch bei SLI-Verbünden nur Full-HD-Auflösung zu sehen.

AMD arbeitet für die Radeon-Grafikkarten ebenfalls an einem Treiber mit Netflix-Zertfikat. (chh@ct.de)

Radeon Pro Duo: Profi-Karte mit 32 GByte RAM

AMD legt die Radeon Pro Duo neu auf: Zwei Polaris-Grafikchips und 32 GByte Speicher sorgen für hohe Performance in Profi-Anwendungen.

Für Anwendungen, die besonders hohe Grafik- oder Rechenleistung benötigen, bietet AMD die Doppel-GPU-Grafikkarte Radeon Pro Duo an. Ihre beiden Polaris-Grafikchips unterstützen unter anderem die Schnittstellen Direct3D 12, Vulkan und OpenCL, universelle Berechnungen laufen über OpenCL 2.0. Die Karte soll noch im Mai für rund 1000 US-Dollar erhältlich sein. Ihre beiden Chips erreichen zusammen eine theoretische Rechenleistung von gut 11 TFlops bei einfacher Genauigkeit; für doppeltgenaue Berechnungen eignen sie sich dagegen nicht. AMD zufolge sollen sie außerdem 9,94 Milliarden Dreiecke pro Sekunde verarbeiten – so laufen auch komplexe Wireframe-Darstellungen von 3D-CAD-Programmen ruckelfrei. Die Leistungsaufnahme gibt AMD mit „unter 250 Watt“ an.

Vom 32 GByte großen Grafikspeicher stehen jeder GPU exklusiv 16 GByte zur Verfügung. Effektiv sind für die meisten 3D-Anwendungen nur 16 GByte nutzbar, da die Grafikdaten für jede GPU separat lagern – es sei denn, sie sind direkt für den DirectX-12-Multiadapter-Modus beziehungsweise Split-Frame Rendering zugeschnitten.

Mit einer Radeon Pro Duo lassen sich bis zu vier Displays über drei DisplayPorts v1.4 und einmal HDMI 2.0b ansteuern. Neben der 8-Bit-Farbausgabe unterstützt sie auch 10 Bit, erzeugt also 1,07 Milliarden statt nur 16,7 Millionen Farben. (mfi@ct.de)

Kommentare lesen (1 Beitrag)