c't 13/2017
S. 76
Reportage
Zukunft der Pornografie
Aufmacherbild

Porno 4.0

Die Zukunft der Pornografie: VR, AR und Teledildonik

Nicht nur die Technik-Branche greift immer tiefer in die Gadget-Trickkiste: Seit Neuestem experimentieren auch Pornofilmer mit VR, AR und IoT-Masturbations-Hardware. Ihr Ziel: Endlich ganz offiziell in die App-Stores zu kommen.

Pornografie war noch nie so allgegenwärtig wie heute. Mit Livejasmin, Xhamster und Pornhub finden sich gleich drei reine Porno-Websites in den Top 30 der erfolgreichsten deutschen Websites. Und: Pornos sind auch kein rein männliches Phänomen mehr, laut einer Untersuchung, die Pornhub zum Weltfrauentag veröffentlicht hat, sind 26 Prozent der weltweiten Besucher weiblich.

Doch obwohl Porno immer mehr in den Mainstream strebt, verdient die Branche nicht mehr Geld, im Gegenteil: Wegen der riesigen Auswahl kostenloser Angebote sind nur wenige Menschen bereit, Geld für Pornografie auszugeben. Mit Virtual und Augmented Reality sowie neuartiger Masturbationshardware will die Branche nun aufrüsten und ihre Umsätze steigern. Diese neuen Techniken standen im Fokus der „Eurowebtainment“-Konferenz, die im April auf Mallorca stattfand. Bereits zum 28. Mal trafen sich in strandnaher Umgebung Internet-Unternehmen, die sich auf Messen wie der CeBIT vermutlich eher unwohl fühlen würden: Porno- und Cam-Sex-Anbieter, Seitensprung-Portale, E-Mail-Adresshändler, Zahlungsdienstleister und Internet-Inkasso-Firmen.

Kommentieren