c't 14/2017
S. 182
Spielekritik
VR-Multiplayer-Rollenspiel
Aufmacherbild
„Auf Warp-Kurs, schnell!“ – bei Star Trek: Bridge Crew darf der Spieler einen von vier Posten auf der Kommandobrücke übernehmen. Obwohl man am Stuhl festgeklebt ist, sorgt der Titel für starke Adrenalinausschüttung.

Trekkietraum

Zugegeben: Von außen betrachtet kann es sehr irritierend aussehen, jemanden beim Spielen des VR-Titels Star Trek: Bridge Crew zu beobachten: Die Hände fuchteln im Nichts herum, die Finger tippen auf imaginären Tastaturen und drücken auf virtuelle Schieberegler – und gebrüllt wird auch noch dabei; zum Beispiel so was wie „Warp-Vektor in 15 Sekunden auf Spur!“ Aber bekanntlich zählt beim Spielen nicht die Außenwirkung, sondern ob es Spaß macht. Und Bridge Crew kann großen Spaß machen – wenn man es in der Gruppe spielt, am besten mit Freunden. Allein gehts auch, aber dann verliert der Titel einen großen Teil seiner Faszination. Bridge Crew ist ein Rollenspiel im wahrsten Sinne des Wortes. Es fühlt sich eher an wie eine Runde „Das Schwarze Auge“ am Küchentisch als ein konventionelles Multiplayer-Spiel. Das liegt vor allem daran, dass so viel kommuniziert werden muss. Jeder der maximal vier Mitspieler übernimmt eine Rolle auf der Brücke der USS Aegis, dem Haupt-Schauplatz des Titels. Zu vergeben sind die Positionen Captain, taktischer Offizier, Steuermann und Ingenieur. Findet sich kein Mitspieler, übernimmt die KI einzelne Posten. Der Captain kann auf Wunsch alle KI-Plätze durchwechseln – so funktioniert auch der Einzelspielermodus.

Erfolgreich absolvieren lassen sich die Missionen nur, wenn alle Crew-Mitglieder zusammenarbeiten. Ein interessanter Kniff der Entwickler: die einzelnen Positionen bekommen spielwichtige Informationen, die die anderen nicht sehen. So kennt zum Beispiel nur der Captain die Missionsziele. Er oder sie fungiert deshalb quasi als Spielleiter: Viel selbst machen kann der Captain nicht, sondern muss vor allem die Truppe auf Spur halten und Befehle verteilen. Deutlich mehr zu tun haben taktischer Offizier und Steuermann: schießen und manövrieren.

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