c't 15/2017
S. 62
Reportage
VR-Laufmaschine
Aufmacherbild

Rumkugeln

Mit einer Laufmaschine wollen deutsche Tüftler das VR-Bewegungsproblem lösen

Bewegung in Virtual Reality ist ein Problem: Läuft man per Tastatur oder Gamepad, verursacht das bei vielen Menschen Übelkeit. Das deutsche Start-up Pathbender will das Problem nun mit 847 Kugeln auf einem Laufband lösen. Wir haben die Laufmaschine StriderVR ausprobiert.

Auf keinen Fall dran denken: Wer sich bewusst macht, dass er gerade über 847 Kugeln geht, die sich auf einem Laufband drehen, gerät leicht ins Straucheln. Lässt man sich jedoch einfach gehen, funktioniert die StriderVR-Laufmaschine ganz wunderbar – und vermittelt in Virtual Reality erstmals das Gefühl, sich wirklich frei bewegen zu können.

Tatsächlich ist das bislang ein großes Problem: Ganz natürlich herumlaufen geht nicht in VR. Zwar unterstützen Systeme wie HTC Vive Trackingflächen von bis zu 25 Quadratmetern; aber erstens haben die wenigsten VR-Nutzer so viel freie Fläche zur Verfügung und zweitens reichen für viele VR-Anwendungen und -Spiele auch 25 Quadratmeter nicht aus: Die Welten von Open-World-Titeln wie Skyrim sind mehrere Quadratkilometer groß. Auch die sogenannte künstliche Fortbewegung ist keine gute Idee: Läuft man per Gamepad oder Tastatur durch die Gegend, liefern Augen und Gleichgewichtssinn widersprüchliche Daten – und das führt bei den meisten Menschen zu Übelkeit. Was durchaus nachvollziehbar ist, wenn der Körper „Ich sitze ruhig auf dem Sofa“ meldet, das visuelle System dagegen „Ich flüchte vor einem Drachen“.

Kommentieren