c't 17/2017
S. 26
News
Smartphones, VR-Brille, Staubsaugerroboter

Keine Ersatzteile und Updates für Fairphone 1

Das Fairphone 1 bekommt keinen Support und keine Ersatzteile mehr; auch das seit 2015 versprochene Update auf Android 4.4 ist gestrichen.

Das auf Fairness und Nachhaltigkeit ausgelegte Fairphone 1 wird zukünftig nicht mehr vom Hersteller unterstützt. Wie Fairphone-Gründer und CEO Bas van Abel im Blog der niederländischen Firma verkündete, gibt es fortan keine Ersatzteile und keinen weiteren Support mehr für das seit Ende 2013 erhältliche Smartphone (siehe Test in c’t 4/2014). Auch die Weiterentwicklung der Android-Firmware werde eingestellt und bleibt damit auf Version 4.2.2 „Jelly Bean“ stehen.

Van Abel begründete dies in erster Linie mit der immer schwierigeren Beschaffung von Ersatzteilen. Lag der komplette Produktionsablauf der ersten Generation inklusive Ersatzteile anfangs beim Auftragsfertiger Guohong, haben sich die Fairphone-Entwickler danach direkt an die Produzenten der einzelnen Bauteile gewandt. Weil diese die nötigen Teile nach und nach aus dem Programm nahmen, mussten neue Quellen aufgetan werden, etwa um weiterhin Akkus liefern zu können. Mittlerweile sei die Kundennachfrage nach bestimmten Ersatzteilen jedoch so gering, dass sich das Nachordern frisch produzierter Komponenten schlichtweg nicht mehr rentiert. Nutzer eines Fairphone 1 können sich nun auf dem Community-Marktplatz des Entwicklers umsehen. Hier bieten viele Besitzer die Bauteile von mittlerweile nicht mehr benutzten Fairphones an.

Bas van Abel beteuert, das Ende des Supports sei für ihn persönlich schade und unangenehm. Das Gefühl dürften viele Besitzer des Smartphones teilen. Schließlich war eine lange und damit nachhaltige Nutzungsdauer eines der stärksten Kaufargumente neben der vergleichsweise – lange nicht komplett – fairen Rohstoffbeschaffung und Produktion. Die dreieinhalb Jahre lange Ersatzteilversorgung fällt zwar überdurchschnittlich aus, reicht aber nicht für Rekorde. Vor allem enttäuschen die seit Mitte 2015 ausbleibenden Betriebssystem-Updates.

Mit dem 2015 vorgestellten Fairphone 2 soll das besser laufen – nicht zuletzt, weil dieses kein von anderen Entwicklern lizenziertes, sondern ein eigenes Design ist, das modularer und leichter zu reparieren sein soll. Damit ist es laut van Abel noch mehr auf Nachhaltigkeit ausgelegt als das erste, bei dem das Augenmerk besonders auf den fair gewonnenen Ressourcen lag. Derzeit sind noch nicht alle Ersatzteile für das Fairphone 2 im Online-Shop erhältlich, ab August 2017 soll es aber so weit sein. (jube@ct.de)

Staubsauger-Roboter soll Smart Home verbessern

Der US-Hersteller iRobot will Daten, die seine Roomba-Staubsaugerroboter über die Wohnungen der Kunden gesammelt haben, an Amazon, Apple oder Google verkaufen, erklärte iRobot-Chef Colin Angle der US-Nachrichtenagentur Reuters. Diese detaillierten Daten über Grundrisse und Standpunkte von Möbeln könnten den Markt der Smart-Home-Geräte revolutionieren, indem sich etwa smarte Lautsprecher oder Heizungssysteme besser auf die Gegebenheiten einstellten.

Angle gesteht ein, dass das große datenschutzrechtliche Fragen aufwerfen dürfte. Er sichert aber zu, dass iRobot diese Daten nicht ohne Einwilligung der Nutzer verkaufen wolle. Die würden dem aber sowieso zustimmen, um ihr Smart Home smarter zu machen. Robotik-Forscher Guy Hoffman von der Cornell University nennt solch eine Kooperation deswegen auch einen Durchbruch. Gegenwärtig agierten Smart-Home-Geräte noch ohne Kontext, etwa „wie ein Tourist in New York, der nie die U-Bahn verlässt“. Der Deal könnte in den nächsten Jahren eingefädelt werden. (mho@ct.de)

Eigenständiges VR-Headset startet in China

HTC, Hersteller der VR-Brille Vive, hat ein ohne PC oder Smartphone auskommendes VR-Headset vorgestellt, das auf dem chinesischen Markt erscheinen und die hauseigene Content-Plattform Viveport unterstützen soll. Als Prozessor kommt der Qualcomm Snapdragon 835 zum Einsatz, weitere Details sind unbekannt. Auch Preise und Termine stehen noch nicht fest.

Dass HTC an einer solchen Standalone-Lösung für VR arbeitet, ist kein Geheimnis, denn HTC hatte das zusammen mit Google im Mai angekündigt. Überraschend ist nun aber, dass die Brille nicht Googles VR-Plattform Daydream unterstützt, sondern Viveport, die in Asien verbreiteter ist als in Europa. Eine europäische Variante der Brille mit Daydream dürfte also folgen. Außer HTC arbeitet auch Konkurrent Oculus, Unternehmenstochter von Facebook, an einer autarken VR-Brille. Diese sind portabler und günstiger als die VR-Brillen für PCs, haben aber eine begrenzte Laufzeit und niedrigere Grafik-Leistung. (dahe@ct.de)

Kommentieren