c't 18/2017
S. 30
News
Taschenrechner

Oligopoly

Bundeskartellamt: Kein Marktmissbrauch bei Schultaschenrechnern

Grafische Schultaschenrechner sind technisch veraltet, aber trotzdem relativ teuer. Das Bundeskartellamt sieht dennoch keine Anhaltspunkte, um gegen die beiden derzeit aktiven Anbieter vorzugehen.

Der in vielen Bundesländern, etwa Niedersachsen und Baden-Württemberg, flächendeckend an zahlreichen Schulen eingesetzte Grafikrechner TI-84 plus CE von Texas Instruments strotzt nicht gerade vor Innovation. Er nutzt ein Farbdisplay mit 2,8 Zoll (etwa 7 cm) Bilddiagonale und einer Auflösung von 320 × 240 Pixeln, die Tasten sind dreifach mit Funktionen belegt und im Innern werkelt die Energiesparversion eines Prozessors mit 40 Jahre alter Z80-Architektur. Trotzdem kostet der Rechner zwischen 90 und 120 Euro. Das halten vor allem viele betroffene Eltern für überteuert, wie die insgesamt 1615 Beiträge zu meinem Kommentar Anfang Februar auf heise online zeigen (siehe ct.de/yr94).

Auf den Protest hat nun auch das Bundeskartellamt reagiert, das von uns auf einen möglichen Marktmissbrauch durch die beiden Hersteller Casio und Texas Instruments angesprochen wurde. In einer ausführlichen Stellungnahme, die c’t vorliegt, sehen die Marktwächter aufgrund der eingeleiteten Voruntersuchungen „ keine hinreichenden Anhaltspunkte für die Einleitung eines Missbrauchsverfahrens“ gegen die genannten Unternehmen.

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